CHRISTMAS BASH -- 01.12.2017 + 02.12.2017 -- Eventzentrum Strohofer / Geiselwind


APRIL IN FLAMES:  FACEBOOK  ADDICT:  FACEBOOK  WOLFHEART:  FACEBOOK  DESERTED FEAR:  FACEBOOK 


Es war wieder einmal soweit. Weihnachten liegt in greifbarer Nähe und was gibt es da schöneres, das erste Adventswochenende, mit einer gehörigen Portion Metal zu zelebrieren. Was liegt da näher als der jährliche CHRISTMAS BASH auf dem Eventzentrum Strohofer, der bereits in die dritte Runde geht. Klasse Line-Up schon am ersten Tag. Pünktlich um 17.00 eröffneten APRIL IN FLAMES den metallischen Reigen und liefert ab. Wie man es gewohnt war, gab es Death Metal vom Feinsten, kein Wunder, daß der Fünfer aus Schweinfurt das Voting für den lokalen Opener gewonnen hat. Schwerpunkt, natürlich das aktuelle Album "Scream For An Epitaph", in das Death Metal Fans unbedingt reinhören sollten. Anschließend ging es mit ADDICT aus Koblenz weiter. Harte Gitarren und ein rundherum groovender Sound der einfach Spaß machte, wurde uns von diesen Herren serviert. Die drei Bands die folgen sollten, hätte man auch gut als Dreierpaket auf Tour schicken können. Angefangen von WOLFHEART aus Finnland, die nicht nur mit stimmigen Bühnenbild und Lichtproduktion Punkte sammeln konnten, sondern auch selbstredend mit der Songauswahl, die unter anderem "Boneyard", "The Hunt" und "Zero Gravity" beinhaltete. Death Metal par exellence von den Jungs von DESERTED FEAR. . Über die Klasse der Band braucht man nicht viele Worte verlieren. Muss man gesehen haben, nicht nur einmal, gerne auch öfters. Dazu gab es Songs der Güte "Kingdom Of Worms" oder "The Black Incantation". Wer dazu nicht wenigstens mit dem Kopf wippte, hatte hier nichts zu suchen. Melodisch ging es weiter und ich würde sogar mit INSOMNIUM meinen persönlichen Favoriten des Abends wählen. Hier stimmte einfach alles. Angefangen von "Primeval Dark", über "While We Sleep", bis hin zu "Unsung", letzteres von dem "One For Sorrow" Album. Die ersten drei Songs hatten es in sich, dazu fantastischer Sound. Wer braucht schon Pyros, Nebel und andere Effekte, wenn man mit seiner Musik alles zum Ausdruck bringt. Niilo Sevänen, ein Frontmann mit Ausstrahlung, Songs die den Nacken kreisen lassen, "Killyoy" und Revelations" seien hier erwähnt.


INSOMNIUM:  FACEBOOK  OVERKILL:  FACEBOOK  MAX & IGGOR CAVALERA:  FACEBOOK


Von ihrem Debüt gab es nichts, dafür glänzte das Quartett mit dem Titeltrack des "One For Sorrow" Album und dem herrlichen "Ephemral. Großes Kino. Grün war angesagt. Overkill aus den Staaten, bereits 1980 gegründet, können es immernoch. Schöne Oldschool lastige Setlist und ein gut aufgelegter Bobby Blitz. Immer eine Freude, Songs aus den alten Thrash Metal Tagen zu hören, "Wrecking Crew" und "Rotten To The Core" gehören da absolut in das Programm. "Hello From the Gutter" und der Übersong schlechthin; "Ironbound". Das aktuelle Album der Metal Legende dufte auch nicht außen vor gelassen werden und so erfreute uns der Vierer aus New York mit "Mean, Green, Killing Machine" und "Goddamn Trouble". "Fuck You" als Abschluss, wie gewohnt. Was die wenigsten wissen, hier handelt es sich um eine Coverversion von den Subhumans, einer englischen Punk Band, die Anfang der 80er gegründet wurde. Wer erinnert sich nicht an die Sepultura Meilensteine aus den 90ern. Max und Iggor Cavalera legten damals den Grundstein für zeitlose Alben wie "Beneath The Remains", "Arise" und natürlich "Roots". Das die Jungs aus Brasilien heute als Headliner des CHRISTMAS BASH auf der Bühne stehen hätte man sich vor ein paar Jahren noch unmöglich vorstellen können. Unter dem Motto "Return To Roots" wurde das 1996 veröffentlichte Album in voller Länge gespielt. Die Highlights waren hier "Roots Blood Roots", der Opener besagten Albums, "Ratamahatta" und kleine Perlen wie "Cut-Throat" oder "Dictatorshit". So ging der erste Tag des CHRISTMAS BASH zu Ende und der zweite sollte nicht weniger spaßig werden.


BETRAYAL:  FACEBOOK  ANTIPEEWEE:  FACEBOOK  WINTERSTORM:  FACEBOOK  MAJESTY:  FACEBOOK


Tag zwei war nicht weniger interessant. Mehr Metal, weniger Death, auch wenn die erste Band, BETRAYAL, mit einer gehörigen Portion Death Metal vorlegte. Hauptaugenmerk, natürlich auf dem "Infinite Circle" Album gelegen. ANTIPEEWEE zerlegten ab der ersten Minute die Stage. Thrash Metal mit ganz viel 80er Jahre Charme, dazu sehr coole Lyrics aus H.P. Lovecraft´s Cthulu Mythos. Sehr geil vorallem die Gitarrenarbeit. Wenn man merkt, das ein Musiker sein Instrument beherrscht und ihm mit seinem Spiel Leben einhaucht, dann gibt es natürlich Pluspunkte. Soll auch kein Geschleime sein, doch achtet mal darauf wie die einzelnen Musiker mit ihrer Gerätschaft umgehen, wenn ihr euch Band X anschaut. WINTERSTORM sind eine Klasse für sich, das ist jetzt auch nichts Neues. Ansonsten hätten sie es nicht in die Deutschen Albumcharts geschafft. Episch, melodisch und mit ganz viel Power rockten die Bayreuther das Haus. Man merkte auch das es allmählich voller wurde. MAJESTY machen seit je her ihr eigenes Ding und das auch mit Erfolg. Stampfende Metal Rhythmen, viel Posing und epische Texte standen hier im Vordergrund. Hauptsächlich von ihrem neuen "Rebels" Album wurde performed, außer "Metal Law" und "Thunder Rider", hätte es gerne noch den ein oder anderen Song sein dürfen. Außerdem sah man ein neues Gesicht am Bass – warum, wieso, weshalb bleibt da noch herauszufinden. ROSS THE BOSS wurde schon mit Vorfreude erwartet und war eines der Highlights dieses Tages. Mit "Blood Of The Kings" startete das Quartett um den ehemaligen Manowar Gitarristen, gefolgt von "Blood Of My Enemies", "Sign Of The Hammer" und "Fighting The World". Purer Metal ohne großen Schnickschnack. Ein stimmgewaltiges Publikum, das nicht zuletzt bei dem fantastischen "Hail And Kill" für Ganzkörpergänsehaut sorgte. Episch ging es dann auch direkt mit TURISAS weiter. 20 Jahre existiert diese großartige Band schon. Live einfach eine Macht, die man sich unbedingt ansehen muss. Battle Metal nennen sie ihren Stil, untermalt von den Klängen der Geige und ein bisschen Keyboard.


ROSS THE BOSS: FACEBOOK  TURISAS:  FACEBOOK  EDGUY:  FACEBOOK  DORO:  FACEBOOK  KREATOR:  FACEBOOK


Angefangen von "To Holmgard And Beyond", bis zum herrlichen "We Ride Together", eine der besten Shows an diesen Tag. EDGUY waren auch wieder am Start. Coole Songs im Gepäck, unter anderem "Love Tyger", der als Opener fungierte, "Lavatory Love Machine" und natürlich "Out Of Control". Mitsingspielchen funktionierten, die Musik funktionierte und ein Tobias Sammet als Entertainer funktioniert ebenso. Ist wie bei vielen Bands, da gibt es keine Grauzone, entweder man mag es oder man mag es eben nicht. 30 Jahre "Triumph And Agonie". Damit ist doch schon alles gesagt und jeder weiß in welche DORO heute Abend steuert – direkt in die Vergangenheit. Ich kann mich noch an die Veröffentlich des Albums erinnern und die anschließende Tour, als Support für den großartigen Ronnie James Dio. Mit "Raise Your Fist In The Air" ging der ganze Spaß los. Die Halle kochte ab dem ersten Akkord. "Burning The Witches" muss erwähnt werden, immerhin ein Song der über 30 Jahre auf dem Buckel hat und ausserdem der Titeltrack des Warlock Debütalbum ist. Ganz große Klasse "East Meets West" und "Earthshaker Rock". Die Wacken Hymne durfte ebenso wenig fehlen wie "Für Immer" und "All We Are". Doro Pesch weiß was sie tut und das schon viele Jahre. Ausverkaufte Hallen belegen das. Aber nicht nur die sympathische Frontfrau, die ihre Fans fest im Griff hatte und diese obendrauf sehr textsicher mitsangen, auch die Instrumentalfraktion wußte zu begeistern. Selbe Beispiel wie bei ANTIPEEWEE am Anfang, Die Herren wissen was sie da in der Hand halten und können es auch dementsprechend benutzen. Ich hätte mir vielleicht noch "Metal Tango" gewünscht, aber wenn es danach geht, wäre unsere Metal Queen garnicht mehr von der Bühne gekommen. KREATOR sollten dem Abend beschließen, was sie auch mit einer unglaublichen Show aus feinsten Thrash Metal, Pyros und einer Soundwand die ihres gleichen sucht, auf die Bretter zimmerten. Die Band um Mille Petrozza macht einfach Spaß, dazu die Songauswahl, großes Kino. "Hordes Of Chaos", "Phobia" oder "Total Death" lassen den Nacken kreisen und die Haare fliegen. "People Of The Lie" und "Enemy Of God" dürfen auch nicht fehlen. Lichtproduktion vom Feinsten. Man muss KREATOR live erlebt haben und hier in Geiselwind beschließen sie eines der schönsten Festivals hier in unserer Umgebung. Respekt auch an die Wagemutigen, die gezeltet haben. Bei etwa 3 Grad Minus in der Nacht schon heftig. Über das Drumherum konnte man auch nichts sagen. Alles locker und entspannt. Vorfälle gab es keine und wenn dann bekam man es nicht mit. Wir sind jetzt schon gespannt was uns beim nächsten Christmas Bash erwartet, wenn das vorweihnachtliche Spektakel in die vierte Runde geht.


 

c) MetalDivisionMagazine 2017 | FACEBOOK -- TWITTER  -- YOUTUBE  -- EMAIL