METAL DAYS FESTIVAL -- 23.07.17 - 29.07.2017 -- Tolmin / Slowenien


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Sonntag. Anreisetag für die meisten, wir waren pünktlich um 8:00 Uhr vor Ort und gegen zehn stand das Zelt. Also auf um erst einmal den Campground zu erkunden. Schon nach keinen fünf Metern traf man Bekannte, die sich der Erkundungstour anschlossen. Es ist schier unglaublich wie viele bekannte fröhliche Gesichter man dort sieht. Bei 37° C schreit der Körper nach Schatten bzw. einer heftigen Abkühlung also nichts wie ab in den Fluss! Kenner meinten der sei dieses Jahr wärmer, kühl ist er auf jeden Fall. Das Festivalgelände liegt zwischen zwei sich treffenden Flüssen und ist größten Teils angenehm schattig und optisch sehr abwechslungsreich. Samstag und Sonntag ist “lediglich” die dieses Jahr neu hinzugekommene NewForceStage bespielt und dort startete das Spektakel kurz nach Sieben Uhr Abends mit WHORION gefolgt von MYRIAD LIGHTS. Bei FRACTAL UNIVERSE wurde es einen  Gang härter und es rumpelte ordentlich im MoshPit. Als Tagesabschluss bekam man SOBER ASSAULT auf die Ohren wo man auch die ersten Crowdsurfer zu sehen bekam. Für den ersten Abend war das eine mehr als gelungene Show. Auf dem Heimweg noch bekannte von EDENS DECAY getroffen und zu einem Feierabendbierchen verdonnert, auf dem gesamten Gelände war noch bis grob zwei Uhr nachts buntes Treiben zu spüren.



Der Montag startete böse, für mich mit einer feuchten Zeltwand die mir an den Hintern klatschte, für manch andere mit davon fliegenden Pavillons. Die Erzählungen, dass es das slowenische Wetter in sich hat waren also nicht gelogen. Dies bekam auch die NewForceBühne zu  spüren, die unter der Regenlast zusammenbrach und im verlauf des Montags komplett ab und anders wieder neu aufgebaut wurde. Der Tag verlief aufgrund der drückenden Schwüle für alle etwas gemächlicher. Bei den Thrash-Metallern von REVEREND HOUND klarte es etwas auf und die Jungs prügelten ordentlich los. RAPID FORCE und THE CRAWLING schlossen sich brav an. Das Wetter hatte Lust auf Schabernack, so wurde auch der nachmittägliche Auftritt von DOOL regen bedingt verkürzt. Zu dem Auftritt von Iced Earth klarte es wieder auf und beim Mainact BATUSHKA war das Nass schier vergessen und die Meute feierte die Black Metal Prediger ordentlich. Dienstag.Heute war der NewForceStage Stau Tag, wir starteten mit den Hessen FALLEN TYRANT, die trotz sengender Hitze langärmelig und mit Facepaint auf der Bühne standen und dem Publikum klassischen Black Metal kredenzten. Nicht verpassen durften wir selbstverständlich die  Würzburger Jungs von SASQUATCH die laut Hörensagen nächstes Jahr wieder vor Ort sein werden! Und tadaa wie sollte es anders sein, auch der Dienstag hatte Lust auf Feuchtigkeit und es erwischte die Hauptbühne – deren Terminplan dann komplett über den Haufen geworfen wurde, was positiver weise den BOŠKO BURSAC STAGE Platz von KADAVAR füllte. Als das gröbste Wetter vorbei war kamen KATATONIA auf die Hauptbühne und läuteten mit ruhigerer Stimmung den kommenden Abend ein. Im Wald, also auf der zweiten Bühne ballerte einem FIRESPAWN gewohnt klassischen Deathmetal entgegen. Das Infield füllte sich mit Besucherströmen, teils beschildert, das lässt ganz klar erkennen welche Macht gleich auf der Bühne stehen wird, AMON AMARTH überzeugte mit einer abwechslungsreichen Bühnenshow, es war alles geboten, Schwertkämpfe, Feuerfontänen und der Sänger machte genug Meter – ein Schmaus für Aug und Ohr. Wenn das Infield eh schon mit Gästen des Mainacts gefüllt ist strömen diese meiste auch zur 2nd Stage um die letzte Band des Tages zu sehen, manche Gäste erfuhren erst jetzt dass die Berliner nicht spielen blieben aber dennoch um den Brasilianern zu lauschen. KRISIUN die Band aus drei Brüdern, spartanisches Setup – gigantischer Sound! Ohne viel Gerede prügelten sie sofort los; und als dann BLOOD CRAFT von 2007 angespielt wurde spürte man wie sich die Arm- und Nackenhaare der Kenner aufstellten.



Mittwoch. Der Tag startete mit einer Doppelhochzeit am Strand, beachtlich wie viele Leute da schon wach und fit waren, die Zeremonie fand gefühlt in drei Sprachen statt und es wurde hauptsächlich gegrölt. Das Größe Interesse an der heimischen Black Metal Band SRD spürte man, war der Waldplatz trotz der frühen Spielzeit doch schon gut gefüllt. Die Jungs standen äußerst routiniert auf der Bühne und schmetterten dem gewillten Publikum teils groovige, teils klassisch harten Black Metal entgegen. Die Auswirkungen des Unwetters zogen sich auf der NewForceStage bis zum heutigen Tag, denn die Running war auch hier wieder verschoben, was so manche Pressevertreter ganz schön ins Rennen und somit auch ins Schwitzen brachte. Tage zuvor schon verteilte die Melodic  Death Truppe SLEEPERS GUILT Flyer für ihren Auftritt dort, solch Engagement soll natürlich belohnt werden also pilgerten viele dort hin … Und Asche auf mein Haupt! Spielten die aus Öttingen stammenden CARNAGE CALLIGRAPHY bereits vor den Luxemburgern Ok hilft alles nix, wieder Beine in die Hand, denn die Druiden von DORDEDUH Rockten auf der Waldbühne, die Musik ist durchaus angemessen hart und auch Headbangbar! Wenn man viele Leute mit Lackieroveralls und Toilettenutensilien in Strömen zur Hauptbühne pilgern sieht, kann das nur eins bedeuten – und zwar GUTALAX geben sich die Ehre! Grindcore vom Feinsten und die Luft gefüllt mit Toilettenpapier, Klobürsten oder auch Toiletten – ein Bilderbuchabriss. Gefolgt von klassischem Black ABBATH Metal, hier war lediglich die fehlende Dunkelheit ein kleiner Wermutstropfen – aber das ABBATH himself großer Colt Seavers Fan ist hat man mittlerweile ja mitbekommen. Passende Genre Ablöse auf der Main bat dann BLOODBATH, welche die Dämmerung mit Deathmetal einläuteten Nach kurzer Verschnaufpause betraten die Grab Gräber die 2nd Stage um mit klassischem Heavy Metal die Meute in Bewegung zu setzen, es scheint so als ob egal welches Genre bevorzugt wird, bei GRAVE DIGGER gehen alle ab. Wurde man jetzt ordnungsgemäß vorbereitet startete der MainAct auf der Hauptbühne, aus dem Heimatland die Metal Lady schlechthin: DORO rannte auf die Bühne und das Publikum grölte und bei Klassikern wie All we are… drehten sie völlig am Rad und die Crowdsurfer kamen im 3-Sekunden-Takt auf den Graben zu.


GUTALAX  --  ABBATH  --  BLOODBATH  --  GRAVE DIGGER  --  DORO  --  ANGELUS APADRIA  --  KOBRA AND THE LOTUS  --  PERSEFONE  --  BLUES PILLS  --  OPETH  --  SÒLSTAFIR


Donnerstag. Das massive Aufgebot an Bands und Freizeitaktivitäten spürte man am vorletzten Tag ordentlich und wir starteten gemächlicher mit Immorgon auf der NewForceStage, welche Folk-Lastigen DeathMetal präsentierten und trotz der Hitze im Namen der Sicherheit brav ihre Kettenhemden trugen. Weiter ging es mit ANGELUS APADRIA aus Spanien, welche mit Heavy-Thrash Metal die Waldbühne rockten. Dort ging es dann ganz anders weiter mit Gore mit Grind also mit Goregrind – was auch ganz deutlich auf dem beeindruckenden Frontmann Yannic zu lesen ist, auch hier drehte das Publikum ordentlich am Rad und man sah reichlich Gummi Tiere und Rosa-Klopapierrollen durch die Luft sausen. Auf der Hauptbühne war dann KOBRA AND THE LOTUS angesagt, die kanadische Metalband um die Frontfrau Kobra Paige weiß mit Melodien und kräftigen Riffs zu überzeugen und zeigte trotz heftiger Sonnenstrahlen eine ordentliche Show. Weg von Sonne und Glam ab zu Death Metal von LIK, woher – natürlich aus Schweden! Die vier Jungs trieben ordentlich an und motivierten das Publikum auch hier und da eine Circle Pits Interessengemeinschaft zu gründen. Währenddessen war auch die Signing Session von ABBATH am Laufen, welcher sich äußerst viel Zeit für jeden einzelnen Fan nahm und selbst sichtlichen Spaß hatte. Den Donnerstag könnte man ruhigen Gewissens als Spezial-Tag bezeichnen, was da an Abwechslung geboten war trotzt jeder Beschreibung, denn auf der Hauptbühne gaben sich die Death-Prog Spezialisten PERSEFONE die Ehre und zogen das gewillte Publikum in ihren Bann. Musikalisch zwar nicht härter in ihrer Show jedoch wunderbar zu bestaunen erschienen die Weltenbürger  BLUES PILLS auf der Bühne und legten mit, wie auch nicht ander zu erwarten mit "Lady in Gold" los im Verlauf des Konzerts wurde auch "Devils Man" gespielt und alle (vor allem ich) waren zufrieden. Viele Gäste erwarteten sichtlich angespannt den Headliner des Abends OPETH, in der Menge sah man reichlich Feuerzeuge, also echte mit so Gas – keine Mobiltelefone mit App! Und die Fans verziehen ohne Murren die Einzwei technischen Problemchen. Wie bereits erwähnt war Donnerstag der Spezialtag, so bekamen wir auch auf der Spezialwaldbühne zum Abschluss des Tages SÒLSTAFIR geboten die mit ihrem eigenen Genre von atmosphärischem Rock reichlich Leute begeistern konnten. Auch zu später Stunde war Festivalground noch gut gefüllt und auch einige Krafträder eines U.S. amerikanischen Herstellers drehten dort ihre Runden, wers mag.


MYNDED  --  SINISTER  --  SPASM  --  EQUILIBRIUM  --  WITCHFYNDE  --  PAIN  --  HEAVEN SHALL BURN  --  DEATH ANGEL


Freitag. Unser letzter Tag begann erfreulich relaxed und es blieb Zeit für einen Schwatz mit Marco von cmm in dem erklärt wurde um was sich die Leute der cmm alles kümmern müssen und was man als Band tun kann um auf den MetalDays spielen zu können, dank der dieses Jahr eingeführten NewForceStage stehen eure Chancen gut dort auch mal aufzutreten. Eine verdammt junge Band aus Deutschland hat es auf die Hauptbühne geschafft und zwar MYNDED, die Thrashmetaller aus Bayern gaben sich die brutale Hitze und legten eine verdammt saubere Show hin. Es bat sich auch die Chance mit den Death Metal Urgesteinen SINISTER über Spotify, Horrorfilme und Festivals zu sprechen, dazu später mehr. die Anderen Graberbschleicher meinten Hell müsse man unbedingt sehen, die Band die den 80er HardRock zelebriert wagte  sich mit Facepaint und hochgeschlossen auf die immer noch brütend heiße Bühne und überlebten! Währenddessen (wir rannten) waren SELFMACHINE auf der NewForceStage am Performen, die vergangen Tage auch fleißig extra Flyer für diesen Auftritt verteilten die fünf Buben aus Amsterdam spielen eine stark melodische und leicht versöhnliche Form des Metal. Anders, bzw. extremer wurde es wiederum auf der Waldbühne mit SPASM die vom Publikum als Porngrind bezeichnet wurden verbreiteten ordentlich Gute Laune unter denen die sich darauf einlassen wollten. Auf dem Rennweg zurück zur großen Bühne bat der Jung von Halle 15 ein lässiges Luftgitarrensolo dar, bei denen ist immer eine Feinste Thrashplaylist am shuffeln und auch fortwährend gute Laune! Gut dann ging es Weiter mit Leuten aus der Heimat EQUILIBRIUM rissen die Bühne oder die Crowd ab, riefen zu Wänden des Todes auf - der Wunsch wurde natürlich mehrfach umgesetzt – hier war eine heftige Partystimmung in der Abendsonne zu vernehmen. Etwas ruhiger bzw. oldschooliger rockiger ging es bei WITCHFYNDE ab. Das Publikum hatte dann noch kurz Zeit zum Verschnaufen denn ab jetzt sollte es nur noch härter schneller härter schneller werden. Die Band PAIN betrat die Bühne und wie man überall hörte hatten die Industriellen eine reiche Heerschar an Fans in Tolmin, die den Bereich um die Mainstage füllten und etliche Crowdsurfer hoch schickten – die Security Leute konnten sich warm machen für das was noch geschehen wird. Im Wald wurde es dann nochmal tödlicher mit den Urgesteinen von SINISTER, denen ich im Vorgespräch versprach bei einer ordentlichen Show auch brav Merch zu kaufen (das taten wohl mehrere, denn es waren kaum noch T-Shirts da). Und dann war es soweit worauf sehr viele warteten: HEAVEN SHALL BURN auf der IAN FRASER “LEMMY” KILMISTER STAGE startete das Konzert mit dicken Luftschlangenexplosionsfontänen die das  Publikum schier komplett bedeckten, die Bühne wurde komplett umgebaut und wirkte nun äußerst atomar. Wie von den Grabenaufpassern befürchtet ging es jetzt richtig ab, teilweise kamen die Feiernden im 1-2 Sekunden Takt an-ge-Crowd-Surfed aber es ist ein wunderbarer Anblick die aufgefangenen und jetzt freudestrahlenden Leute vorbeirennen zu sehen! Eine Band war noch übrig, DEATH ANGEL aus Übersee kam zur BOSKO BURSAC STAGE und dort waren jetzt auch mehr Graben Heber aufgestellt, der Bereich davor war gefüllt bis in die Verpflegungsstände hinein. Jeder kennt doch den Spruch “Lebe jeden Tag so als wäre es dein Letzter” so und noch heftiger war die Stimmung, es wurde gebangt gemosht und getanzt – aller Orts. Machten dann noch einen kleinen Abstecher runter zum Strand, auch dort war noch Partystimmung zu spüren.Auf dem letzten nächtlichen Weg zum Zeltplatz sah man überall schon wie fleißig die ersten Aufräum- und Abbauarbeiten durchgeführt wurden und mit leicht melancholischer und erschöpfter Stimmung schleppte ich mich ins Zelt. Auf die MetalDays 2017 blicke ich nun mit einem weinenden und zwei lachenden Augen zurück, traurig weil es vorbei ist – trotz der Überlänge von knapp einer Woche war es viel zu schnell verflogen aber es war phantastisch und die Tage für MetalDays 2018 werden bereits gezählt! \m/


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Artikel veröffentlicht am 09.08.2017  | Hellcow

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