HARAKIRI FOR THE SKY - Live in Concert - 01.03.2018 -- Cult / Nürnberg


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Nachdem Harakiri for the Sky mittlerweile kein Geheimtipp mehr ist und der Name für Post Black Metal per excellence immer bekannter wird, stand im Nachgang zur Veröffentlichung des mittlerweile vierten Studioalbums „Arson“ die Tour dazu an. Das österreichische Duo „J.J.“ und „M.S.“ holten sich hierfür wieder altbekannte Verstärkung für die Live-Auftritte und packten zusätzlich die Jenaer Jungs von Syntension ein. Der Cult ist hier als Lokalität prädestiniert, da man der Bühne und damit den Musikern nahekommen kann, was das Konzert selbst buchstäblich greifbarer macht. Es versprach ein herrlich atmosphärischer Abend zu werden und sich von genialer Musik davontragen zu lassen.  Die Wahl von Syntesion als Vorband wirkte zunächst etwas kurios, da sie sich stilistisch stark von Harakiri for the Sky unterscheiden, doch die Gemeinsamkeit beider Bands bestand vor allem darin, dass hier sehr sauber und technisch auf hohem Niveau gespielt wird. Es liegt eine starke Gewichtung auf einer hervorragend ausgearbeiteten und vorallem komplexen Gitarre. Alexander und Manuel leisten hier grandiose Arbeit und es macht wahnsinnig Spaß ihnen auf die Finger zu schauen. Die Lieder sind allesamt gut durchkomponiert und bieten eine musikalische Bandbreite, die es wirklich in sich haben. Von satten, schnellen Passagen bis zu regelrecht verträumten und detaillierten Mid-Tempo-Passagen, in denen die Gitarren brillieren, wird alles geboten. Die Freude am Spielen kann man vor allem Alexander ansehen, der die Bühnenpräsenz sichtlich genießt. Untermalt wird das Ganze von einer abwechslungsreichen Rhythmusgruppe bestehend aus Daniel am Bass und Fabian am Drumset, während Roy am Mikro sein Bestes gibt und zwischen Klargesang und Shouting wechselt, während er von der Musik getragen wird. Der Sound ist dabei gut abgemischt, sodass nichts verloren geht oder übersteuert und die Thüringer Jungs ihr gesamtes Talent in den Raum bringen können. Nach neun Liedern verlässt Syntension auch schon die Bühne und es wird ab- bzw. umgebaut. Ein großes Banner kündigt die Hauptband des heutigen Abends an.


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Der Umbau dauert nicht lange, der Cult ist zwischenzeitlich voll und als Mischa als erster die Bühne betritt und sich an seinem Drumset niederlässt, wird Harakiri for the Sky entsprechend geräuschvoll begrüßt. Nach dem Intro beginnt ruhig und einstimmend der Heroin Waltz und leitet den Auftritt von Michael ein, der gleich ordentlich loslegt, nachdem die Einführung mit dem Einsetzen der Drums kippt und die klangliche Breite von Harakiri for the Sky den Raum flutet. Das zündet – die Stimmung ist klasse und man merkt den Leuten an, das sie förmlich in die Musik eintauchen und sie mitnehmen lassen. Das liegt vor allem an der genialen Gitarre, die Matthias spielt. Wahnsinn, was hier geleistet und wie minutiös abgeliefert wird. Es folgt „Funeral Dreams“ und danach „Tomb Omnia“ vom neuen Album. Die Band spielt sich selbst in andere Sphären und so kommt es, dass genussvoll mit geschlossenen Augen dargeboten wird. Nach und nach kommt auch ein bisschen mehr Licht auf die Bühne, nachdem diese zu Beginn recht dunkel gehalten wurde und vornehmlich das Banner im Hintergrund zu sehen war. „Lungs Filled With Water“ bekommt eine stimmige blaue Beleuchtung – die Atmosphäre ist zum Schneiden dicht, als das lange und ausgiebige Intro schwer und drückend erklingt und das Stück in seinem Verlauf alle Musiker mit sagenhafter Komplexität fordert. Hier steht auch „Fire, walk with me“ in nichts nach, das das Tempo noch einmal ordentlich anhebt und Bewegung ins Publikum bringt. Matthias spielt die aufwendige Spur als sei es das normalste auf der Welt, während er wieder mit einer ordentlichen Portion Herzblut an der Gitarre brilliert, die das Lied trägt. Generell baut das Lied eine heftige Wand aus Sound auf, den einen regelrecht umhaut, während sich die Band verausgabt – so muss es sein! Mit „Stillborn“ wird das Tempo wieder etwas zurückgefahren und man ergibt sich wieder einem schweren, aber dennoch treibendem Sound, der hervorragend über die Anlage kommt. „Viaticum“ bildet dann leider auch schon den Abschluss eines beeindruckenden Auftritts. Harakiri for the Sky verlassen unter mächtigem Beifall die Bühne, kehren aber noch einmal mit „Jhator“ von der Aokigahara zurück, nachdem sie lautstark zu einer Zugabe aufgerufen wurden. Das sitzt und dürfte dann wohl auch den letzten Skeptiker (sollte denn überhaupt einer dagewesen sein) davon überzeugt haben, dass an diesem Abend auf dieser Bühne ganz große Klasse bezeugt werden durfte.


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Artikel veröffentlicht am 04.03..2018  | Andi Pontanus

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