Alexandrite - Ad Astra

 

ARTIST: Alexandrite

TITLE: Ad Astra

LABEL: Eigenrelease / Independent

RELEASE DATE: 13. Januar 2026

GENRE: Symphonic Metal, Gothic Metal

ORIGIN: Russland / International

RATING: 8 von 10


Alexandrite präsentieren mit Ad Astra ein Symphonic und Gothic Metal Album, das sich nicht über Größe oder Bombast definiert, sondern über Atmosphäre, Melodie und eine klare persönliche Handschrift. Alexandra Revontulet führt das Projekt mit einer Stimme, die zwischen klassischer Eleganz und moderner Emotionalität pendelt, und genau diese Mischung prägt den Charakter des gesamten Albums. Die Songs wirken wie Momentaufnahmen aus verschiedenen Lebensphasen, die über Jahre gereift sind und nun in einer gemeinsamen Form zusammenfinden. Pandora’s Box eröffnet das Album mit einem direkten, melodischen Ansatz, der sofort zeigt, dass Alexandrite weniger auf überladenes Orchester setzt und mehr auf eine erzählerische Struktur. Love Is a Memory und Cold Stars greifen diese Linie auf und verbinden symphonische Elemente mit einer warmen, leicht melancholischen Grundstimmung. Besonders Cold Stars, sowohl in der Solo Version als auch im späteren Duett mit Liv Kristine, zeigt, wie gut Alexandrite intime Momente mit größerer Dramaturgie verbinden können, ohne die Balance zu verlieren.

 

Songs of Ice, Enough und Find the Light gehören zu den Stücken, die am stärksten auf Alexandras Stimme fokussiert sind. Die Arrangements bleiben transparent, die Instrumente arbeiten eher unterstützend als dominierend, und genau dadurch entsteht eine emotionale Nähe, die man in vielen modernen Symphonic Metal Produktionen vermisst. Stay mit Cello Unterstützung bringt eine zusätzliche Farbe ins Album und zeigt, wie gut akustische Elemente in den Sound integriert werden können, ohne den Fluss zu brechen. Run Run Run und Summer Lullaby öffnen das Album in eine leichtere, fast poppige Richtung, ohne den symphonischen Kern zu verlieren. In the Mirror und Burning bringen die dunklere Seite zurück, getragen von klaren Melodien und einer Produktion, die bewusst nicht übertreibt. Like I Love You und Wither verstärken diesen Kontrast und zeigen, wie vielseitig Alexandrite innerhalb ihres eigenen Rahmens agieren können. Der Titeltrack Ad Astra bildet das emotionale Zentrum des Albums. Der Song nimmt sich Zeit, baut Spannung auf und verbindet orchestrale Elemente mit einer klaren, fast filmischen Dramaturgie. Hier zeigt sich am deutlichsten, wie viel Arbeit und persönliches Gewicht in diesem Album steckt.

 

Die Deluxe Version von Cold Stars mit Liv Kristine setzt einen würdigen Schlusspunkt und bringt eine zusätzliche stimmliche Dimension ins Album, ohne den Charakter des Originals zu verändern. Die Produktion ist klar, warm und bewusst auf die Stimme ausgerichtet. Die orchestralen Elemente sind präsent, aber nie überladen, und die Gitarren bleiben melodisch statt dominant. Das Album wirkt dadurch zugänglich, emotional und persönlich, ohne an Tiefe zu verlieren. Ad Astra ist ein Album, das weniger auf große Gesten setzt und mehr auf Gefühl, Atmosphäre und eine klare künstlerische Vision. Alexandrite verbinden symphonische Elemente mit einer modernen, emotionalen Ausrichtung und schaffen ein Werk, das sowohl Fans klassischer Symphonic Metal Produktionen als auch Hörer mit einem Faible für melodische, introspektive Songs abholen dürfte. Ein starkes, persönliches und reifes Album.


01.03.2026 veröffentlicht von: Thomas M. © Metal-Division Magazine

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