Bitterness - Hallowed Be The Game
ARTIST: Bitterness
TITLE: Hallowed Be The Game
LABEL: G.U.C.
RELEASE DATE: 6. Februar 2026
GENRE: Thrash Metal / Melodic Death Metal
ORIGIN: Deutschland
RATING: 8/10
Zum 25‑jährigen Bandjubiläum liefern Bitterness ein Album ab, das ihre komplette Historie bündelt: klassischer Thrash Metal mit deutlichen Einflüssen aus dem melodischen Death Metal, aber klarer Ausrichtung auf die härtere, teutonische Thrash‑Schule. Hallowed Be The Game ist ein Werk, das nicht modernisiert, sondern konsequent weiterführt, was die Band seit zwei Jahrzehnten ausmacht — druckvolle Riffs, klare Strukturen und ein Sound, der bewusst an die 80er anknüpft. Der Opener WWH8 setzt sofort ein Zeichen. Stop‑and‑Go‑Riffs, treibende Drums und ein Refrain, der sich schnell festsetzt. Die Band agiert aggressiv, aber kontrolliert, und zeigt bereits hier, dass die Produktion von Christoph Brandes dem Material die nötige Schärfe verleiht. Der Song liefert genau das, was man von Bitterness erwartet: kompromisslosen Thrash mit hohem Wiedererkennungswert.
AMOK : KOMA beginnt ruhiger, bleibt aber energiegeladen. Der Song lebt von einem langen, eingängigen Riff und einem Refrain, der sich mehrfach variiert. Die melodischen Gitarrenlinien bringen den Death‑Metal‑Einfluss zurück, ohne den Thrash‑Kern zu verwässern. Der Track zeigt gut, wie Bitterness ihre beiden Hauptsäulen — Thrash und Melodic Death — miteinander verzahnen. Hypochristian bleibt im Midtempo und liefert solides Riffing, ohne sich besonders hervorzuheben. High Sobriety dagegen ist einer der stärksten Songs des Albums. Der Gastauftritt von Gerre (Tankard) passt perfekt zum straighten Thrash‑Charakter des Tracks, und die melodische Gitarrenarbeit verleiht dem Song zusätzliche Tiefe. Der Groove‑Part in der Mitte ist klar auf Live‑Wirkung ausgelegt. Win‑Windustry führt diese Linie fort: direkter Thrash, eingängiger Refrain, starke Gitarrenarbeit — inklusive eines weiteren Gastsolos von Michael Goldschmidt.
Hallowed Be The Game zeigt die melodischere Seite der Band und kombiniert atmosphatische Elemente mit klassischem Uptempo‑Thrash. Der Song wirkt durchdacht und gehört zu den abwechslungsreicheren Momenten des Albums. Mit Magnum Innominandum liefert die Band ein fast achtminütiges Instrumental, das atmosphärisch und melodisch arbeitet, ohne den roten Faden zu verlieren. Das Stück zeigt, dass Bitterness auch ohne Vocals Spannung erzeugen können. Das abschließende Misfits‑Cover Scream! ist eine solide Zugabe, die stilistisch gut ins Gesamtbild passt. Die Produktion ist klar, druckvoll und transparent. Die Gitarren stehen im Vordergrund, das Schlagzeug ist trocken und präsent, und der Bass trägt den Sound ohne zu verschwinden. Brandes’ Handschrift ist deutlich hörbar: sauber, präzise, ohne unnötige Effekte.
Fazit: Hallowed Be The Game ist ein starkes Jubiläumsalbum, das Bitterness treu bleibt und ihre Stärken konsequent ausspielt. Die Mischung aus Thrash und melodischem Death Metal funktioniert, die Songs sind kompakt und druckvoll, und die Gastbeiträge setzen sinnvolle Akzente. Kein revolutionäres Werk, aber ein überzeugendes, ehrliches Thrash‑Album, das zeigt, warum Bitterness seit 25 Jahren Bestand hat.
