EDENBRIDGE - Set The Dark On Fire

 

ARTIST: Edenbridge

TITLE: Set The Dark On Fire

LABEL: Steamhammer / SPV

RELEASE DATE: 16. Januar 2026

GENRE: Symphonic Metal

ORIGIN: Österreich

DURATION: 53:35

RATING: 9/10


Mit Set The Dark On Fire legen Edenbridge ihr zwölftes Studioalbum vor – und eines, das deutlicher als alle Vorgänger zeigt, wie weit die Band ihren symphonischen Kosmos inzwischen ausgebaut hat. Der Grundsound ist härter, die Arrangements opulenter, und die stilistische Breite größer als je zuvor. Gleichzeitig bleibt die Handschrift von Lanvall und Sabine Edelsbacher klar erkennbar: melodische Eleganz, orchestrale Weite und ein vokaler Ausdruck, der das Album trägt. Der Opener The Ghostship Diaries setzt sofort ein starkes Zeichen. Über sechs Minuten entfaltet sich ein Stück, das Härte, Atmosphäre und symphonische Größe verbindet, ohne sich zu verlieren. Cosmic Embrace wirkt kompakter, aber nicht weniger prägnant, während Where The Wild Things Are mit folkigen Nuancen und einem eingängigen Refrain eine der melodischsten Passagen des Albums liefert.

 

Tears of the Prophets dient als atmosphärische Zäsur, bevor Our Place Among The Stars das Album in seine epischste Phase führt. Der Track verbindet orchestrale Breite mit einem klaren melodischen Kern und zeigt die Band in ihrer stärksten erzählerischen Form. Der Titeltrack Set The Dark On Fire bringt eine härtere, groovebetonte Note ins Album, getragen von Sabines variabler Stimme, die zwischen Wärme und Schärfe pendelt. Bonded By The Light bildet den ruhigen Gegenpol – balladesk, aber nicht sentimental, getragen von einer starken Melodieführung. Divine Dawn Reveal leitet Lighthouse ein, das mit orientalischen Akzenten und einem markanten Aufbau zu den atmosphärisch dichtesten Momenten des Albums gehört.

 

Das vierteilige Finale Spark Of The Everflame ist der dramaturgische Höhepunkt. Über 13 Minuten entfaltet sich ein Werk, das die gesamte Bandbreite von Edenbridge bündelt: orchestrale Größe, melodische Feinheit, rhythmische Dynamik und ein klarer dramaturgischer Bogen. Jeder Teil erfüllt eine Funktion, ohne sich in Länge oder Wiederholung zu verlieren. Es ist ein Abschluss, der das Album nicht nur rund macht, sondern definiert. Die Produktion von Karl Groom ist klar, druckvoll und detailreich. Die Gitarren stehen präsenter als auf früheren Werken, die Orchesterarrangements wirken organisch eingebettet, und Sabines Stimme sitzt warm und transparent im Mix. Set The Dark On Fire klingt modern, aber nicht glatt – ein Album, das seine symphonische Größe mit einer spürbaren Erdung verbindet.

 

Fazit: Set The Dark On Fire ist eines der stärksten Edenbridge‑Alben der letzten Jahre. Härter, breiter, atmosphärischer und mit einem Finale, das die gesamte Identität der Band zusammenfasst. Ein Werk, das Symphonic‑Metal‑Fans ebenso abholt wie Hörer, die Wert auf Struktur, Melodie und erzählerische Tiefe legen. Edenbridge untermauern hier eindrucksvoll ihren Status als feste Größe des Genres.



01.01.2026 veröffentlicht von: Thomas M. © Metal-Division Magazine

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