Epistulum – Cantiga Psychotica
ARTIST: Epistulum
TITLE: Cantiga Psychotica
LABEL: Independent
RELEASE DATE: 24. Oktober 2025
GENRE: Melodic Death Metal / Avantgarde
LOCATION: Leiden, Niederlande
RUNNING TIME: ca. 50 Minuten
RATING: 9/10
Mit Cantiga Psychotica entfesseln EPISTULUM ihr zweites Album – ein Werk, das sich wie ein psychotisches Ritual zwischen Philosophie, Wahnsinn und musikalischer Grenzüberschreitung entfaltet. Die Band aus Leiden, ursprünglich als Soloprojekt von Thijs Ronteltap gegründet, hat sich zu einem Kollektiv entwickelt, das musikalisch wie konzeptuell keine Kompromisse kennt. „Prologue (Hel)“ öffnet das Album als ritueller Einstieg – ein dunkler Vorhang, der sich langsam hebt. „Behold the Carcass Messiah“ und „Black Lotus Cannibal“ sind aggressive, aber strukturell komplexe Tracks, die zwischen melodischem Death Metal und avantgardistischer Dissonanz pendeln. „Unearth the Dark Mother“ ist das konzeptuelle Zentrum – ein Song über die große Dämonin, die ihre Anhänger in Ekstase verspeist.
„Omen“ und „Voidwalker“ bringen rhythmische Tiefe und lyrische Kryptik, während „Vedic Detrimentum“ und „Eye of Dukkha“ philosophische Konzepte in musikalische Gewalt übersetzen. „Invocation of Insanity“ und „Jungian Armageddon“ sind musikalische Exorzismen – chaotisch, hymnisch, verstörend. „The Pathless Wrath“ und „Initiation Complete“ schließen das Album mit einem letzten, befreienden Schlag – ein Ende, das kein Ende ist. Die Produktion von Hans Pieters ist klar, aber nicht glatt – sie lässt Raum für Chaos, für Atmosphäre, für das Unaussprechliche. Das Artwork von Guido Bergman und das Logo von Benno Meijer unterstreichen die visuelle Identität: fragmentiert, symbolisch, unheilvoll.
Fazit: Cantiga Psychotica ist ein musikalischer Befreiungsschlag – aggressiv, konzeptuell tief und voller psychologischer Sprengkraft. EPISTULUM liefern hier ein Werk, das nicht nur gehört, sondern durchlitten werden will.
