Eximperitus - Meritoriousness of Equanimity

 

ARTIST: Eximperitus

TITLE: Meritoriousness of Equanimity

LABEL: Willowtip Records

RELEASE DATE: 30. Januar 2026

GENRE: Technical Death Metal

ORIGIN: Belarus

DURATION: 33:56

RATING: 8/10


Mit Meritoriousness of Equanimity setzen Eximperitus ihren Weg fort, technische Präzision, philosophische Konzepte und eine unverwechselbare ästhetische Handschrift zu verbinden. Das dritte Album der belarussischen Formation wirkt kompakter als der Vorgänger, aber nicht weniger ambitioniert. Neun Stücke, die formal unabhängig voneinander stehen, aber durch ein gemeinsames Thema verbunden sind: die Suche nach innerer Stabilität in einer Welt, die sich im Zustand permanenter Zersetzung befindet. Der Einstieg One Step Long Infinity dient als kurzer Impulsgeber — dicht, rhythmisch verschachtelt, mit einem sofort erkennbaren Fokus auf Struktur und Atmosphäre. Contemplation of the Plastic Fibers of Perfection at the Second Level of Reality entfaltet sich als erstes großes Statement des Albums: komplexe Gitarrenlinien, präzise Rhythmik und ein vokaler Ausdruck, der tief und kontrolliert bleibt.

 

Die Band arbeitet hier mit klaren Spannungsbögen, ohne in technische Selbstzweckhaftigkeit abzurutschen. Twelve Centuries of Triumph of the Third Kingdom… ist ein kurzes, fast rituelles Zwischenspiel, bevor Finding Consistency in the Fourth Quadrant of Eternity das Album wieder öffnet. Der Track verbindet melodische Akzente mit rhythmischer Komplexität und zeigt die Band in einem Modus, der gleichermaßen analytisch wie atmosphärisch wirkt. The Untimely Fruit of the Unsaid gehört zu den stärksten Momenten des Albums: ein Stück, das seine Härte nicht über Geschwindigkeit, sondern über Struktur und Dichte definiert. Mit Golden Chains for the Construction of Individual Greatness wird der Sound direkter, ohne an Tiefe zu verlieren. Molecular Disintegration of an Unattainable Solitary Will in a Vessel of Wisdom... dient als kurzer, intensiver Übergang, bevor Chalkionic Wandering Among the Wreckage of the Future die melodischste Seite des Albums zeigt.

 

Der Abschluss Standing at the Skirt of the Ruins of Human Nature (...on the Other Side of Man and Time) bündelt das Konzept: ein Track, der Härte, Atmosphäre und philosophische Schwere verbindet. Die Produktion ist klar, druckvoll und detailreich. Die Gitarren stehen präzise im Raum, der Bass trägt subtil, aber spürbar, und das Schlagzeug wirkt kontrolliert, ohne steril zu klingen. Eximperitus setzen auf technische Komplexität, aber nie auf Chaos — jede Note wirkt gesetzt, jeder Übergang bewusst gestaltet.

 

Fazit: Meritoriousness of Equanimity ist ein kompaktes, durchdachtes und atmosphärisch dichtes Technical‑Death‑Metal‑Album, das Eximperitus als Band zeigt, die ihre eigene Sprache gefunden hat. Neun Stücke, die Härte, Struktur und konzeptionelle Tiefe verbinden und ein Werk formen, das sowohl technisch versierte Hörer als auch Fans atmosphärischer Extreme abholt.


01.01.2026 veröffentlicht von: Thomas M. © Metal-Division Magazine

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