Feversea - Wormwood in the Veins of the World (EP)

 

ARTIST: Feversea

TITLE: Wormwood in the Veins of the World (EP)

LABEL: Dark Essence Records

RELEASE DATE: 6. März 2026

GENRE: Post Metal, Blackened Post Metal

ORIGIN: Oslo, Norwegen

RATING: 8 von 10


Feversea veröffentlichen mit Wormwood in the Veins of the World eine digitale EP, die als Ergänzung zum Debütalbum Man Under Erasure entstanden ist, aber keineswegs wie Restmaterial wirkt. Die vier Songs zeigen eine Band, die ihre postmetallische Grundidee weiter zuspitzt und in eine direktere, härtere und deutlich kompaktere Form gießt. Während das Album auf lange Spannungsbögen, düstere Atmosphäre und konzeptionelle Tiefe setzte, wirkt die EP wie ein konzentrierter Ausbruch, der die gleichen Themen in kürzeren, schärfer umrissenen Fragmenten verarbeitet. Der Titeltrack Wormwood in the Veins of the World eröffnet mit einer Mischung aus drückender Schwere und hektischer Energie. Die Gitarren arbeiten mit kantigen, fast hardcoreartigen Mustern, während die Vocals von Ada Lønne Emberland zwischen klagender Melodik und harscher Intensität wechseln.

 

Die Band schafft es, die apokalyptische Grundstimmung des Projekts in einem Song zu verdichten, der gleichzeitig wütend, verzweifelt und erstaunlich eingängig wirkt. All Gall Is Divided setzt stärker auf rhythmische Reibung. Die Gitarrenlinien verschieben sich gegeneinander, das Schlagzeug treibt mit einer Mischung aus Post Metal‑Wucht und Hardcore‑Direktheit, und der Song wirkt wie ein innerer Zusammenbruch, der sich in kurzen, eruptiven Momenten entlädt. Feversea zeigen hier, wie gut sie Dynamikwechsel beherrschen, ohne die Struktur aus den Augen zu verlieren. Bileblack ist der düsterste und vielleicht unmittelbarste Track der EP. Die Band reduziert das Arrangement auf das Wesentliche und erzeugt eine bedrückende, fast erstickende Atmosphäre. Die Vocals stehen weiter vorne, die Gitarren wirken wie scharfkantige Flächen, und der Bass trägt eine bedrohliche Tiefe, die den Song zu einem der intensivsten Momente der Veröffentlichung macht.

 

Sounding the Third Trumpet schließt die EP mit einem Stück ab, das die Brücke zurück zum Album schlägt. Der Song ist länger aufgebaut, arbeitet mit repetitiven Motiven und steigert sich langsam in einen finalen Ausbruch. Feversea verbinden hier ihre postmetallische DNA mit der neuen, direkteren Ausrichtung und schaffen einen Abschluss, der sowohl als Epilog zum Album als auch als eigenständiges Statement funktioniert. Wormwood in the Veins of the World zeigt Feversea in einer Phase der Verdichtung. Die EP ist härter, schneller und unmittelbarer als das Debüt, ohne dessen konzeptionelle Tiefe zu verlieren. Die Band bleibt ihrem apokalyptischen Blick auf die Welt treu, formuliert ihn aber in Songs, die weniger auf Atmosphäre und mehr auf Dringlichkeit setzen. Eine starke Ergänzung zum Album und ein Hinweis darauf, dass Feversea ihr Klangspektrum weiter ausbauen, ohne ihre Identität zu verwässern.


01.03.2026 veröffentlicht von: Thomas M. © Metal-Division Magazine

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