GRAVE NEXT DOOR – Sorry No Candy
ARTIST: Grave Next Door
TITLE: Sorry No Candy
LABEL: Black Doomba Records
RELEASE DATE: 1. November 2024
GENRE: Doom Metal / Sludge / Stoner Metal
LOCATION: Grand Rapids, Michigan
RUNNING TIME: ca. 38 Minuten
RATING: 8/10
Mit Sorry No Candy legen Grave Next Door ein zweites Album vor, das sich wie ein Faustschlag anfühlt – roh, kompromisslos und voller jener ungeschönten Heaviness, die man im modernen Metal oft vergeblich sucht. Die Band aus Michigan hat ihre eigene Formel aus Doom, Sludge und dreckigem Heavy Rock nicht nur verfeinert, sondern mit einer Intensität aufgeladen, die sofort klar macht: Hier wird nichts beschönigt, nichts geglättet, nichts für den Mainstream zurechtgebogen. Der Opener Dead Soul Eyes setzt den Ton: schwere Gitarren, ein Bass, der wie ein vibrierender Untergrund wirkt, und Vocals, die zwischen Wut und Resignation pendeln. Judgement schiebt sich mit einem massiven Groove nach vorne, während Sativa Bomb als kurzer, explosiver Ausbruch funktioniert – ein zweiminütiger Rausch aus Riffs und Attitüde.
Mit Bulldog .44 und White Room zeigt die Band ihre Fähigkeit, Spannung über längere Strecken zu halten. Die Songs wirken wie düstere Road‑Trips durch verlassene Industriegebiete, getragen von einem Sound, der an frühe Sabbath erinnert, aber mit der ruppigen Direktheit der Melvins kollidiert. Blood Moon Hymn ist das atmosphärische Zentrum des Albums: ein langsamer, bedrohlicher Aufbau, der sich in einem schweren, fast rituellen Finale entlädt. Solitary Cell und No Surprise schließen das Album mit einer Mischung aus Sludge‑Wut und melancholischer Schwere ab. Die Produktion von Tommy Stewart bleibt bewusst unpoliert – jedes Kratzen, jeder Druckpunkt, jede Unsauberkeit wird Teil des Ausdrucks. Sorry No Candy klingt nicht retro, sondern lebendig, verletzlich und gefährlich.
Fazit: Sorry No Candy ist ein Album, das die rohe Essenz des Heavy Underground feiert. Grave Next Door verwandeln frühere Schwächen in Stärken und liefern ein Werk ab, das kompromisslos, ehrlich und voller Energie ist. Ein Album, das beweist, dass echter, handgemachter Heavy Rock nicht nur überlebt – sondern mit voller Wucht zurückschlägt.
