Hellgrimm - Resurrection
ARTIST: Hellgrimm
TITLE: Resurrection
LABEL: Independent
RELEASE DATE: 13. Februar 2026
GENRE: Hard Rock, Heavy Rock, Stoner Rock
ORIGIN: Texas, USA
RATING: 7 von 10
Hellgrimm kehren mit Resurrection zurück und liefern ein Album, das seinen Titel mehr als verdient. Drei Jahre voller technischer Pannen, verlorener Sessions, Studiochaos, Krankheit, Todesfällen und Line‑up‑Wechseln haben dieses Werk beinahe verhindert, und genau diese Schwere liegt wie ein unsichtbarer Schatten über den Songs. Das texanische Powertrio um Jerry Connor und Erica Missey klingt auf dieser Platte rauer, direkter und persönlicher als je zuvor. Die Mischung aus stonergetränkten Riffs, melodischen Hooks und Misseys markanter Stimme ergibt einen Sound, der zwischen klassischem Hard Rock und düsterem Heavy Rock pendelt, ohne sich in Genregrenzen zu verlieren. Murder on My Mind eröffnet das Album mit einem schweren, fuzzigen Riff und einer Stimmung, die sofort klar macht, dass Hellgrimm hier nichts beschönigen. Reign of Terror und der Titeltrack Resurrection greifen diese Energie auf und verbinden sie mit melodischen Refrains, die trotz des düsteren Themas eine gewisse Hoffnung transportieren. Connor spielt seine Gitarrenlinien mit einer Mischung aus Vintage‑Feeling und moderner Schärfe, während Missey rhythmisch präzise bleibt und gleichzeitig als Sängerin den emotionalen Kern des Albums trägt.
Dead Superstar und Voodoo Man gehören zu den Songs, die am stärksten auf Groove setzen. Beide Stücke wirken wie direkte Live‑Nummern, die ohne Schnörkel funktionieren und die rohe Energie des Trios einfangen. Ride or Die bringt eine schnellere, fast punkige Note ins Album, bevor Dog Trash Must Die als bereits veröffentlichte Single den wohl eingängigsten Moment liefert. Der Song ist kantig, bissig und zeigt Hellgrimm von ihrer aggressiveren Seite, ohne die melodische Linie zu verlieren. Mit Outcast wagen sie sich an Kreator und liefern eine respektvolle, aber eigenständige Version, die den Thrash‑Charakter beibehält, aber durch Misseys Stimme eine neue Farbe bekommt. Shooting Stars wirkt wie ein kurzer Moment des Durchatmens, bevor die Bonusversion von Sympathy for the Devil das Album mit einer bluesigen, leicht schmutzigen Note abschließt.
Die Band interpretiert den Stones‑Klassiker nicht als Kopie, sondern als rockige, rauere Variante, die gut in das Gesamtbild passt. Resurrection ist kein glattpoliertes Album. Es klingt nach Arbeit, nach Rückschlägen, nach Beharrlichkeit. Die Produktion ist warm, manchmal etwas roh, aber genau das passt zu Hellgrimms Identität. Die Songs wirken wie ein Befreiungsschlag nach Jahren voller Hindernisse. Das Album zeigt eine Band, die sich nicht verbiegt, sondern ihren Weg konsequent weitergeht und dabei genug Persönlichkeit besitzt, um sich von der Masse abzuheben. Hellgrimm liefern mit Resurrection ein ehrliches, handgemachtes Rockalbum, das seine Stärken in Authentizität, Energie und einer klaren musikalischen Handschrift findet. Kein Versuch, Trends zu bedienen, kein unnötiger Bombast, sondern ein Trio, das nach allem, was es durchgemacht hat, einfach weitermacht und dabei einige der stärksten Songs seiner bisherigen Karriere abliefert.
