HEXJAKT – Blessing of the Damned

 

ARTIST: Hexjakt

TITLE: Blessing of the Damned

LABEL: Majestic Mountain Records / Burning Skull Records RELEASE DATE: 1. Dezember 2025

GENRE: Doom Metal / Sludge / Stoner Metal

LOCATION: Schweden

RUNNING TIME: ca. 62 Minuten

RATING: 9/10


Mit Blessing of the Damned legen Hexjakt ein Debütalbum vor, das sich nicht wie ein erster Schritt anfühlt, sondern wie ein Manifest. Die Schweden präsentieren acht Songs, die Doom, Sludge und Stoner Metal nicht einfach kombinieren, sondern in eine eigene, monolithische Sprache übersetzen. Das Ergebnis ist ein Werk, das schwer, düster und zugleich erstaunlich dynamisch wirkt – ein Album, das die Tradition des skandinavischen Doom aufgreift und mit moderner Wucht neu formt. Der Opener 10,000 Crows baut sofort eine gewaltige Szenerie auf: ein Riff wie ein Sturm, Vocals, die zwischen Beschwörung und Angriff pendeln, und ein Sound, der sich Schicht für Schicht verdichtet. Psychedelische Elemente und klassische Heavy‑Metal‑Melodien blitzen auf, bevor der Song in eine sludgige Wand aus Lärm kippt – ein Auftakt, der zeigt, wie souverän Hexjakt mit Tempo, Atmosphäre und Gewicht umgehen.

 

Black Circle knüpft daran an, jedoch mit einem kälteren, thrashigeren Unterton. Die Band arbeitet hier mit einer fast körperlichen Intensität, die sich aus NOLA‑Grooves, verzerrten Weedian‑Melodien und einer Prise Post‑Rock speist. Trotz der Härte bleibt die Musik nie stumpf: Hexjakt schaffen Räume, in denen sich Fantastik und Erdigkeit begegnen, ohne ins Überzeichnete abzudriften. Mit Void Throne erreicht das Album einen seiner Höhepunkte. Der Song verbindet doomige Schwere mit progressiver Struktur, baut cineastische Spannungsbögen auf und zeigt die technische Präzision der Band, ohne je steril zu wirken. Die Vocals von Hampus Henningsson und Toni Åkerman verschmelzen zu einer doppelten Front, die den Song trägt und ihm eine fast rituelle Intensität verleiht.

 

Wyrd ist reines Doom‑Theater: dronige Vocals, langsamer Aufbau, dann plötzlich thrashige Ausbrüche, die den Song in Bewegung setzen. Ab der Mitte öffnet sich das Stück in psychedelische Weiten, bevor es wieder in die Schwere zurücksinkt – ein dramaturgisch klug gesetzter Bruch, der Hexjakts Gespür für Dynamik unterstreicht. Die zweite Hälfte des Albums wird dunkler, dichter, kompromissloser. The Act of Dying und Monolith sind schwere, riffgetriebene Brocken, die die doomige DNA der Band noch stärker betonen. Die Coverversion von Don’t Talk to Strangers (Ronnie James Dio) fügt sich überraschend organisch ein und zeigt, wie sicher Hexjakt mit fremdem Material umgehen. Der Abschluss Cathedrals ist ein 13‑minütiges Monument: ein Song, der alles bündelt, was dieses Album ausmacht – Schwere, Atmosphäre, technische Finesse und eine epische Weite, die sich langsam entfaltet und am Ende wie ein schwarzer Horizont über dem Album steht.

 

Fazit: Blessing of the Damned ist ein Debüt, das wie ein Statement wirkt. Hexjakt verbinden Doom, Sludge und Stoner Metal zu einem Klang, der vertraut und zugleich eigenständig ist. Ein Album voller Kraft, Atmosphäre und handwerklicher Präzision – und eines der stärksten Doom‑Debüts der letzten Jahre.



20.12.2025 veröffentlicht von: Thomas M. © Metal-Division Magazine

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