Die Hälfte in Seattle mit Jack Endino aufgenommen, die andere Hälfte in der Hochwüste von Joshua Tree mit Dave Catching — das ist keine Marketingstrategie, sondern eine akustische Absichtserklärung. Endino, bekannt durch seine Arbeit mit Nirvana und Soundgarden, steht für rohen, erdigen Grunge-Sound ohne Overproduction. Catching, Mitbegründer von Rancho de la Luna, hat Queens of the Stone Age und Eagles of Death Metal durch den Wüstensand gezogen. Holystone nehmen beide Energien und destillieren sie in etwas, das eindeutig ihr eigenes ist.
Das Debüt "East of the Sun, West of the Moon" von 2024 war warm, psychedelisch, ritualistisch. "Accepting Omega" ist keins von beidem mehr — es ist kälter, schwerer, existenziell in einem Sinn, der weniger esoterisch ist als das Debüt und dafür unmittelbarer. Das Konzept trägt: eine Figur namens Omega, deren apokalyptisches Versprechen die Protagonisten jedes einzelnen Tracks verführt. Jodorowsky und Stephen Kings "The Stand" als literarische Bezugspunkte sind ehrlich gewählt und kein intellektuelles Accessoire — man hört ihre Schwere im Material.
Ein Trio, das zwischen Brisbane, Seattle und der Wüste ein Album aufnimmt und dabei klingt, als hätte es nie woanders existiert. "The Prophecy (Jaws of Victory)" eröffnet mit einer Direktheit, die dem Debüt gefehlt hat. "Sleepwalker" ist das Herzstück, ein langsam anschwellendes Stück, das die Melvins-Einflüsse am deutlichsten trägt ohne sie zu kopieren. Das zweigeteilte "Accomplice" im vorletzten Slot baut einen Bogen, der dem Album eine fast filmische Schlussphase gibt, bevor "The Oracle Speaks (Sky Burial)" mit zeremonieller Endgültigkeit abschließt. Die Doppelvokale von Wolfe Peterson und Madison Morris funktionieren als echtes Gegengewicht, nicht als Effekt.
Fazit: Accepting Omega ist das Album, mit dem Holystone aufhören, ein Geheimtipp zu sein. Dunkler, schwerer und konzeptuell reifer als das Debüt — und produziert von genau den richtigen Leuten für genau diesen Sound.
