Joe Bonamassa - B.B. King’s Blues Summit 100
ARTIST: Joe Bonamassa
TITLE: B.B. King’s Blues Summit 100
LABEL: Provogue / KTBA Records
RELEASE DATE: 6. Februar 2026
GENRE: Blues / Blues Rock
ORIGIN: USA
RATING: 9/10
Mit B.B. King’s Blues Summit 100 veröffentlicht Joe Bonamassa ein Tribute‑Projekt, das in Umfang, Besetzung und Produktionsaufwand im modernen Blues seinesgleichen sucht. 32 neu eingespielte Songs aus dem Repertoire von B.B. King, interpretiert von einer Auswahl internationaler Blues‑, Soul‑ und Rock‑Größen, ergeben ein Doppelalbum, das sowohl als Hommage als auch als Bestandsaufnahme der aktuellen Blues‑Szene funktioniert. Die Bandbreite reicht von Veteranen wie Buddy Guy, Bobby Rush oder George Benson bis zu jüngeren Künstlern wie Marcus King, D.K. Harrell oder Larkin Poe. Die erste Hälfte des Albums zeigt die stilistische Vielfalt des Projekts besonders deutlich. Paying the Cost to Be the Boss (feat. Christone “Kingfish” Ingram) eröffnet mit druckvollem, modernem Blues‑Rock‑Sound. Don’t Answer the Door mit Marcus King setzt auf soulige Intensität, während Sweet Little Angel mit Buddy Guy eine der klassischsten Interpretationen liefert. The Thrill Is Gone mit Chaka Khan und Eric Clapton gehört zu den prominentesten Beiträgen und überzeugt durch eine zurückhaltende, elegante Umsetzung. Aufnahmen wie When Love Comes to Town (Slash, Shemekia Copeland, Myles Kennedy) oder Heartbreaker (Trombone Shorty & Eric Gales) bringen mehr Rock‑ und Funk‑Energie ins Album, ohne den Kern des Materials zu verwässern.
Die Arrangements bleiben durchweg respektvoll, aber nicht konservativ — viele Songs erhalten neue Dynamik, ohne ihre Identität zu verlieren. Die zweite Hälfte des Albums wirkt etwas traditioneller, aber nicht weniger stark. Warren Haynes liefert mit How Blue Can You Get eine der intensivsten Darbietungen des gesamten Projekts. Ghetto Woman mit Ivan Neville bringt eine deutliche R&B‑Färbung, während Think It Over (Train & Chris Buck) und So Excited (Aloe Blacc) zeigen, wie gut Kings Material in genreübergreifenden Kontexten funktioniert. Every Day I Have the Blues mit D.K. Harrell ist eine der authentischsten Interpretationen und zeigt, wie stark Kings Einfluss auf die jüngere Generation wirkt. Die Produktion ist klar, warm und hochwertig. Bonamassa und Josh Smith sorgen für einen modernen, aber nicht überpolierten Sound, der die unterschiedlichen Künstlerstimmen und Spielweisen gut zur Geltung bringt. Trotz der Vielzahl an Beteiligten wirkt das Album kohärent und strukturiert.
Fazit: B.B. King’s Blues Summit 100 ist ein umfangreiches, hochwertiges Tribute‑Projekt, das Kings musikalisches Erbe mit Respekt, Energie und stilistischer Vielfalt würdigt. Nicht jeder Track ist ein Highlight, aber die Gesamtleistung ist beeindruckend — sowohl als Hommage als auch als Momentaufnahme der heutigen Blues‑Szene. Ein starkes, detailreiches Doppelalbum, das Fans klassischer und moderner Blues‑Spielarten gleichermaßen ansprechen dürfte.
