KLAW - KLAWstrophy
ARTIST: KLAW
TITLE: KLAWstrophy … the B‑sides of Gods and Creators
LABEL: El Puerto Records
RELEASE DATE: März 2026
GENRE: Thrash Metal (Technical / Bay‑Area‑geprägt)
HERKUNFT: Schweiz
LÄNGE: ca. 20 Minuten
RATING: 7 von 10
KLAW schließen mit KLAWstrophy den kreativen Zyklus ihres letzten Albums Gods and Creators ab – und auch wenn der Titel „B‑Sides“ anderes vermuten lässt, wirkt die EP nicht wie Resteverwertung. Die Schweizer Thrash‑Formation zeigt sich erneut technisch stark, präzise und mit jener Mischung aus Bay‑Area‑Schärfe und moderner Direktheit, die ihnen bereits gute Kritiken eingebracht hat. Die Songs stammen aus denselben Sessions wie das Album, klingen aber roher und unmittelbarer. Wo Gods and Creators stärker auf Struktur und technische Finesse setzte, wirkt KLAWstrophy spontaner und weniger verkopft. Die Riffs sind kantig, die Rhythmik sitzt messerscharf, und Jonas Friedli liefert eine aggressive, aber gut verständliche Vocal‑Performance, die sich klar vom generischen Thrash‑Shouting abhebt. Die Gitarrenarbeit von Pat Müller und Chasper Wanner bleibt das Herzstück des KLAW‑Sounds: präzise, melodisch durchdacht und mit einem deutlichen Hang zu klassischen Bay‑Area‑Hooks. Reto Bachmanns Drumming ist druckvoll und sauber gespielt, ohne überladen zu wirken, und Dani Bürkli sorgt mit seinem Bass für das nötige Fundament. Die Produktion aus dem Little Creek Studio klingt warm, organisch und weniger steril als viele moderne Thrash‑Produktionen – ein Pluspunkt, der die rohe Energie der EP gut einfängt. Musikalisch bewegt sich KLAWstrophy nah am Album, zeigt aber eine direktere, fast livehafte Seite der Band. Die Songs wirken wie das fehlende Bindeglied zwischen Proberaum‑Wucht und Studio‑Feinschliff. Für Fans von Testament, Heathen oder frühen Machine Head dürfte das Material genau den richtigen Nerv treffen. Unterm Strich ist KLAWstrophy ein starker Abschluss des Gods and Creators-Zyklus. Keine Revolution, aber eine hörenswerte Ergänzung, die zeigt, dass KLAW nicht nur technisch überzeugen, sondern auch mit roher Energie punkten können. Für die Schweizer Thrash‑Szene bleibt die Band damit eine der präzisesten und zuverlässigsten Größen.
