Rezension: Lycanthro – Remnants of Rapture 

Genre: Power Metal / Thrash Metal

Running Time: ca. 50 Minuten

Release: 23. Mai 2025

Label: Psychomanteum Records

Herkunft: Ottawa, Kanada

 

Line-up:

James Delbridge (Gesang, Gitarre)

Andrew Stout (Leadgitarre)

Everett Mayhew (Bass)

Kyle Summers (Drums)


1. Iris (06:36)

Der Opener rollt wie eine goldglänzende Abrissbirne heran: melodisch, hymnisch und mit sofortiger Wirkung. Die Gitarren kreisen in Twin-Leads, der Refrain ist breit und einladend. Delbridge singt mit Pathos, ohne ins Kitschige zu kippen. Ein epischer Auftakt, der die Richtung vorgibt.

 

2. Far Beyond the Walls (05:14)

Ein klassischer Power-Metal-Stampfer mit galoppierenden Riffs und einem Refrain, der zum Mitsingen zwingt. Die Struktur ist klar, aber nicht simpel – Breaks und Harmoniewechsel sorgen für Spannung. Die Band zeigt hier ihre kompositorische Reife und ihr Gespür für Dynamik.

 

3. Remnants of Rapture (05:36)

Der Titeltrack ist ein emotionaler Höhepunkt. Die Gitarren sind schneidend, die Drums druckvoll. Der Text reflektiert Verlust und Wiedergeburt, musikalisch umgesetzt mit epischer Breite und einem Refrain, der sich wie ein Triumph anfühlt. Delbridge zeigt hier seine volle stimmliche Bandbreite.

 

4. Cry Silver (05:13)

Ein hymnischer Midtempo-Track mit Mitgrölgarantie. Die Gitarren sind melodisch, der Rhythmus treibend. Der Song wirkt wie ein Ruf aus der Tiefe – melancholisch, aber kämpferisch. Besonders stark: die Gitarrenharmonien im Mittelteil.

 

5. Prison Eyes (03:07)

Eine balladeske Überraschung mit Flöteneinsatz und melancholischem Ton. Der Song ist ruhig, aber nicht schwach – vielmehr ein Moment der Reflexion. Die Band zeigt hier ihre Vielseitigkeit und emotionale Tiefe.

 

6. In Demon Light (04:27)

Ein düsterer, thrashiger Track mit aggressiver Gitarrenarbeit und harschem Gesang. Die Struktur ist kantig, die Atmosphäre bedrohlich. Der Song wirkt wie ein innerer Kampf – musikalisch intensiv und kompromisslos.

 

7. The Great Masquerade (05:47, feat. Laura Guldemond)

Ein theatralischer Schlagabtausch zwischen Licht und Dunkel. Guldemonds Gesang ergänzt Delbridge perfekt, die Gitarren sind dramatisch und verspielt. Der Song lebt von seiner Inszenierung – ein Duett mit opernhafter Wucht.

 

8. Night of the Parasite (05:03, feat. Stu Block)

Ein aggressiver, technisch versierter Track mit Block als stimmlicher Verstärkung. Die Gitarren sind messerscharf, die Drums peitschen. Der Song wirkt wie ein Angriff – musikalisch präzise und voller Energie.

 

9. Lost Jerusalem (00:43)

Ein kurzes, atmosphärisches Interlude mit sakralem Charakter. Die Gitarren sind zurückhaltend, der Klang mystisch. Ein Moment der Ruhe vor dem Finale.

 

10. Solaris (Memories in Time) (05:04)

Ein epischer Abschluss mit orchestraler Breite und emotionaler Tiefe. Die Melodien sind weit, der Gesang erhaben. Der Song wirkt wie ein letzter Blick zurück – majestätisch und versöhnlich.

 

Fazit: „Remnants of Rapture“ ist ein kraftvolles, vielseitiges und emotional aufgeladenes Album, das Lycanthro als gereifte Formation zeigt. Die Produktion ist klar, die Songs durchdacht, die Gäste sinnvoll integriert. Besonders hervorzuheben sind die hymnischen Refrains und die stilistische Bandbreite zwischen Power, Thrash und klassischem Metal.

 



18.09.2025 veröffentlicht von: Thomas M. © Metal-Division Magazine

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