Band: Mandy Manala

Album: Something Wicked

Release Date: 29.05.2026

Country: Finland

Label: Argonauta Records

Genre: Dark Heavy Rock


Dass eine Band ihr zweites Album eine Woche nach Veröffentlichung des ersten beginnt aufzunehmen — und dabei Reviews des Debüts bewusst meidet, um sich nicht beeinflussen zu lassen — sagt einiges über die Haltung von Mandy Manala. Das Quintett aus dem finnischen Vaasa wollte kein korrigiertes Erstwerk abliefern, sondern ein konsequent weitergedachtes. Something Wicked hört sich genau so an.

 

Der Vergleichsraum — Ghost, Lucifer, Chelsea Wolfe, Fleetwood Mac — klingt auf den ersten Blick beliebig, trifft aber die Schnittmenge ziemlich genau: okkult gefärbter Heavy Rock mit einem Faible für Melodie und Atmosphäre, angetrieben von einer Stimme, die das alles zusammenhält. Christa Nedergård ist diese Stimme, und sie ist der entscheidende Faktor. Sie verfügt über eine Bandbreite, die zwischen Zerbrechlichkeit und Wucht wechselt, ohne dabei je konstruiert zu klingen — und das über 48 Minuten und neun Songs hinweg.

 

Nedergård ist eine der interessantesten Stimmen im gegenwärtigen Heavy Rock. Das Album beweist es auf jeder Spielminute. "Bloodred Chapel of Sin" und "Nocturnal Bites" eröffnen mit einem sinkenden Groove und der nötigen satanischen Küche, wie eine britische Kritik es formulierte — und haben dabei dennoch den Refrain-Instinkt, der Okkult-Rock oft fehlt. "Shoebox" ist der emotionale Kern: eine düstere Ballade über eine unschuldige Erinnerung, die kippt, weniger Rock-Song als Kurzfilm mit Gitarre. "Psalm 77:7" überrascht mit einem federnden, fast verspielten Groove, der zeigt, dass die Band nicht nur in einer Tonlage denkt. Das letzte Drittel — "Beneath a Steel Sky", "The Dark Passenger Pt.2" und der Titeltrack — nimmt das Tempo wieder auf und schließt mit dem programmatischen Moment, in dem "Something wicked this way comes" in "Something wicked I have become" wechselt: ein sauber gesetzter narrativer Schluss.

 

David Granfors und Joel Vienonen liefern als Gitarren-Duo sowohl dichte Riffarbeit als auch präzise Soli, Kenneth Norrlin und Jonas Snickars sorgen im Fundament für den Swing, der das Material vor allzu viel Muskelkraft bewahrt. Das Ergebnis ist ein Album, das schwer und atmosphärisch ist, ohne dabei statisch zu werden.

 

Fazit: Something Wicked ist das Album, mit dem Mandy Manala aus dem Underground heraustreten. Christa Nedergård macht den Unterschied — aber das Material dahinter ist stark genug, um auch ohne sie zu bestehen.



07.06.2026 veröffentlicht von: Thomas M. © Metal-Division Magazine

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