Mount Palatine - Wormholy World
ARTIST: Mount Palatine
TITLE: Wormholy World
LABEL: Octopus Rising (Argonauta Records)
RELEASE DATE: 6. Februar 2026
GENRE: Heavy Psych Metal / Doom / Stoner / Progressive
ORIGIN: Finnland
RATING: 8/10
Mit Wormholy World legen Mount Palatine ihr zweites Album vor – und es wirkt wie der eigentliche Startpunkt der Band. Der frühere Name The Paladin und das Debüt Cockroach Conquest schimmern noch durch, aber das Trio hat seinen Sound nun deutlich geschärft: schwerer, psychedelischer, progressiver und atmosphärisch dichter. Die sechs Tracks sind lang, organisch aufgebaut und basieren hörbar auf Jam‑Strukturen, die später zu vollwertigen Kompositionen ausgearbeitet wurden. Der Opener The Sands zeigt sofort, wohin die Reise geht: massive Doom‑Riffs, psychedelische Schichtungen, ein Wechsel aus Grunge‑artigen Vocals, harschen Ausbrüchen und chant‑artigen Passagen. Die Band verbindet Sludge‑Schwere mit melodischen, fast post‑rockigen Momenten und schafft eine dichte, cineastische Atmosphäre.
Der Track wirkt wie ein Statement – und gehört zu den stärksten des Albums. Whispers of the Holy Land beginnt meditativ, langsam und mit viel Raum. Die Band arbeitet hier mit Ambient‑Elementen, bevor sich der Song in eine Mastodon‑artige Wucht steigert. Die Vocals bleiben roh und variabel, und die Mischung aus Doom, Psych und Post‑Rock verleiht dem Stück eine fast rituelle Wirkung. The Dreaming ist der experimentellste Track des Albums. Verzerrte Progressive‑Passagen, chaotische Psych‑Ausbrüche und ein starker Post‑Doom‑Unterbau prägen das Stück. Die Band wechselt mehrfach die Richtung, ohne den Spannungsbogen zu verlieren. Der Song wirkt wie ein kontrollierter Absturz in den Weltraum – und ist einer der Höhepunkte des Albums. Die zweite Hälfte des Albums zeigt Mount Palatine in ihrer reifsten Form.
Panther Eyes, Ethereal und Newborn Sun verbinden Doom‑Schwere mit psychedelischen Klanglandschaften, progressiven Strukturen und einem deutlichen Einfluss von Bands wie Elder, YOB oder King Buffalo. Die Songs sind dichter, mutiger und atmosphärisch noch stärker als die erste Hälfte. Newborn Sun schließt das Album mit einem kraftvollen, hymnischen Finale ab. Die Produktion ist warm, organisch und lässt Raum für die vielen Schichten aus Gitarren, Synths und Effekten. Die Jam‑Herkunft der Songs bleibt spürbar, aber die Arrangements wirken ausgearbeitet und kohärent. Die Vocals sind bewusst variabel gehalten und fügen sich gut in das Gesamtbild ein.
Fazit: Wormholy World ist ein starkes, atmosphärisches Heavy‑Psych‑Album, das Mount Palatine als gereifte Band zeigt. Die Mischung aus Doom, Stoner, Psych und Prog ergibt ein Werk, das sowohl schwer als auch kosmisch wirkt. Ein intensives, cineastisches Album, das Fans von Elder, YOB, King Buffalo oder Ufomammut begeistern dürfte – und ein klarer Schritt nach vorne für die Band.
