OBSCURITY - Ascheregen

 

ARTIST: Obscurity

TITLE: Ascheregen

LABEL: Trollzorn Records

RELEASE DATE: 29. Januar 2026

GENRE: Melodic Death / Viking Metal /Black‑Metal

ORIGIN: Deutschland

DURATION: 50:10

RATING: 8/10


Mit Ascheregen veröffentlichen Obscurity ihr zehntes Studioalbum – ein Werk, das die Band nach den Line‑up‑Wechseln der letzten Jahre hörbar neu ausrichtet, ohne ihre Kernidentität zu verlieren. Der Mix aus melodischem Death‑ und Viking Metal bleibt das Fundament, wird hier aber um eine deutlich schärfere Black‑Metal‑Note erweitert. Das Ergebnis ist ein Album, das kraftvoll, fokussiert und atmosphärisch dichter wirkt als der Vorgänger Skogarmaors. Der Opener Initium Dekadentiae setzt den Ton: ein düsterer Einstieg, der sich schnell in rasende Tremolo‑Riffs, Blastbeats und harsche Vocals steigert. Flammentaufe und Schwur führen diese Linie fort – melodisch, druckvoll und mit einer klaren, nordisch geprägten Dramaturgie. Die Gitarrenarbeit ist präzise, die Riffs sitzen fest, und die Mischung aus Shouts, Growls und Screams verleiht den Songs zusätzliche Tiefe. Blutgebet und Dreifaltigkeit gehören zu den melodisch stärkeren Momenten des Albums. Hier zeigt sich die Weiterentwicklung im Songwriting: klarere Strukturen, besser gesetzte Spannungsbögen und eine Produktion, die die Gitarren breiter und definierter wirken lässt.

 

Der Titeltrack Ascheregen bündelt diese Elemente und gehört zu den atmosphärisch dichtesten Stücken der Platte. Mit Ketzerjagd wird das Album aggressiver. Der Track ist schnell, direkt und wirkt wie ein Rückgriff auf die härtere Seite der Bandgeschichte. Läuterung und Bekehrung arbeiten stärker mit melodischen Leads und rhythmischen Akzenten, ohne die Grundhärte zu verlieren. Runenwinter öffnet den Sound in eine epischere Richtung, bevor Rúnar Víg den Höhepunkt des Albums markiert: Erik Grawsiö (Månegarm) verleiht dem Stück mit seinem unverwechselbaren Gesang zusätzliche Größe – und das komplett auf Deutsch. Der Abschluss Dystopie und Schwanengesang bündelt das Konzept des Albums: ein düsterer, melodischer und thematisch dichter Track, der die Brücke zwischen Mythologie, Geschichte und moderner Gesellschaftskritik schlägt. Die Produktion aus den 4CN Studios ist klar, druckvoll und modern, ohne die rohe Energie der Band zu glätten. Die Gitarren stehen breit im Raum, das Schlagzeug wirkt präzise und wuchtig, und der Gesang sitzt sauber im Mix. Ascheregen klingt wie ein Album, das bewusst auf Weiterentwicklung setzt, ohne die eigenen Wurzeln zu verleugnen.

 

Fazit: Ascheregen ist ein starkes, melodisch präzises und atmosphärisch dichtes Album, das Obscurity in einer gereiften, fokussierten Form zeigt. Zwölf Songs, die Härte, Melodie und nordische Thematik verbinden und die Band näher an die Intensität ihrer stärksten Werke heranführen. Ein Album, das sowohl alte Fans abholt als auch neue Hörer überzeugen dürfte.



02.01.2026 veröffentlicht von: Thomas M. © Metal-Division Magazine

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