Rezension: PINCH BLACK – Dystopian Times
Genre: Melodic Death Metal / Epic Death Metal Running Time: ca. 42 Minuten
Release: 1. Oktober 2025
Label: Eigenveröffentlichung
Herkunft: Rheinland-Pfalz, Deutschland
Line-up:
Burkhard (Vocals)
Laura (Gitarre)
Janine (Gitarre)
Rafael (Drums)
Stephan (Bass)
1. Shadows
Der Opener eröffnet mit einem düsteren, melodisch verdichteten Gitarrenriff, das ohne Umschweife die tonale Härte und epische Breite des Tracks etabliert. Burkhards Gesang ist roh und präsent, die Lyrics kreisen um innere Dunkelheit und verdrängte Erinnerungen. Laura und Janine liefern melodische Leads, die sich wie Schattenlinien durch das Arrangement ziehen. Ein starker Auftakt, der die Grundstimmung des Albums setzt.
2. Ghoul
Ein aggressiver, fast thrashiger Track mit rasendem Tempo und kantiger Gitarrenarbeit. Rafael treibt mit präzisem Doublebass, während Stephan den Song mit einem pulsierenden Bassfundament erdet. Der Text evoziert Bilder von Verfall und Wiederkehr – musikalisch umgesetzt mit brutaler Direktheit und düsterer Atmosphäre.
3. Monsters
Hier dominiert ein schleppender Groove, der sich mit melodischen Einschüben abwechselt. Die Gitarren sind tief gestimmt, die Harmonien dissonant. Burkhards Stimme pendelt zwischen Growl und verzweifeltem Schrei. Der Song wirkt wie ein innerer Kampf gegen die eigenen Dämonen – intensiv und bedrückend.
4. Necromancer
Ein hymnischer Gewaltakt mit verschachtelten Gitarrenlinien, die sich wie Zahnräder eines verfluchten Mechanismus ineinander greifen. Der Refrain erhebt sich nicht zur Erlösung, sondern zur Herrschaft – Macht, Tod und Kontrolle als tonale Dreifaltigkeit. Die Dynamik bleibt brutal und fokussiert, getragen von präzisem Wechselspiel zwischen Lead und Rhythmus.
5. Skinwalker
Ein rhythmisch verspielter Track mit tribalem Drumming und mystischer Atmosphäre. Die Gitarren sind flirrend, fast psychedelisch, der Gesang beschwörend. Der Song thematisiert Transformation und Identitätsverlust – musikalisch umgesetzt mit experimenteller Klangsprache und dichter Produktion.
6. The Duel
Ein klassischer Metal-Track mit klarer Struktur und kämpferischem Ton. Die Gitarren liefern ein dialogisches Riffgeflecht, das den Titel wörtlich nimmt. Burkhards Gesang ist konfrontativ, die Drums marschartig. Der Song wirkt wie ein musikalisches Duell – direkt, kraftvoll und fokussiert.
7. Whales in the Clouds
Ein atmosphärischer Ausreißer mit ambienten Texturen und träumerischem Ton. Die Gitarren sind weit und offen, der Bass schwebt. Der Song evoziert Bilder von surrealer Schönheit und entrückter Wahrnehmung – ein Moment der Ruhe und Reflexion im Albumfluss.
8. The Reaper
Der Abschluss ist monumental. Die Band entfaltet hier ihre volle epische Breite: langsamer Aufbau, orchestrale Gitarren, ein Refrain wie ein Todesurteil. Burkhards Stimme ist hier besonders eindringlich, die Produktion lässt Raum für Nachklang und Gewicht. Ein würdiger Schlusspunkt.
Fazit: Dystopian Times ist ein atmosphärisch dichtes, technisch versiertes und emotional vielschichtiges Album, das PINCH BLACK als gereifte Formation zeigt. Die Gitarrenarbeit von Laura und Janine ist melodisch und präzise, Burkhards Gesang kraftvoll und variabel. Besonders stark sind die dramaturgische Struktur und die thematische Kohärenz.
