RAVE IN FIRE - Square One
ARTIST: Rave In Fire
TITLE: Square One
LABEL: High Roller Records
RELEASE DATE: 30. Januar 2026
GENRE: Traditional Heavy Metal / Speed Metal
ORIGIN: Spanien
DURATION: 42:43
RATING: 8/10
Mit Square One setzen Rave In Fire ihren Weg im traditionellen Heavy Metal fort, öffnen ihren Sound aber stärker als zuvor für Groove, Hard‑Rock‑Melodik und dezente progressive Elemente. Die Band bleibt klar in der klassischen Schule verankert, wirkt aber flexibler, mutiger und abwechslungsreicher als auf dem Vorgänger. Prologue of a Delirium ist ein kurzes Intro, das Atmosphäre schafft und den Boden für das eigentliche Album bereitet. Erst mit Dark Poison beginnt die Reise wirklich: ein grooviger, schwerer Track, der nur in der Bridge das Tempo anzieht. Der Song lebt von seinem rhythmischen Fundament und Selec’s klarer, kraftvoller Stimme, die den klassischen Metal‑Charakter der Band prägt. Crown of Stars setzt melodisch an und verbindet traditionelle Gitarrenarbeit mit einer klaren, eingängigen Struktur. Still Standing zeigt die Band von ihrer hymnischen Seite: ein direkter, sauber aufgebauter Song, der sofort funktioniert und als Single absolut nachvollziehbar ist.
Mit Untiring Eagles bleibt das Album im Midtempo, bevor Speed and Rave den Geschwindigkeitsregler nach oben dreht. Hier dominiert die Energie: ein Track, der an frühe 80er‑Speed‑Metal‑Momente erinnert, ohne nostalgisch zu wirken. Die Gitarrenarbeit ist präzise, aber das Album gibt bewusst mehr Raum für Bass und Drums, was dem Sound zusätzliche Tiefe verleiht. Knightwalker bildet einen deutlichen Kontrastpunkt. Der Song ist ruhiger, fließender und trägt eine starke 80er‑Hard‑Rock‑DNA in sich. Man hat sofort Bilder von alten MTV‑Clips im Kopf: warme Gitarren, melodische Linien, ein leicht melancholischer Unterton. Diese Seite der Band wirkt überraschend natürlich und erweitert das Spektrum des Albums spürbar. Witches’ Hell bringt die düstere Note zurück, ohne die melodische Linie zu verlieren. Der Track arbeitet mit einer Mischung aus klassischem Heavy Metal und leicht thrashigen Akzenten.
Der Titeltrack Square One schließt das Album mit einer breiteren, leicht progressiven Struktur ab. Die Band nutzt hier längere Spannungsbögen, ohne sich in Komplexität zu verlieren. Der Song wirkt wie ein bewusst gesetzter Abschluss, der die verschiedenen Facetten des Albums zusammenführt, ohne sie zu überfrachten. Die Produktion ist klar, druckvoll und modern, ohne den klassischen Charakter zu glätten. Die Selbstproduktion durch Gitarrist Jonjo Negrete funktioniert hervorragend: Square One klingt geschlossen, definiert und professionell. Sele liefert eine starke, charaktervolle Gesangsleistung, und die Band wirkt insgesamt gereifter und vielseitiger.
Fazit: Square One ist ein traditionelles Heavy‑Metal‑Album mit moderner Kante, das Groove, Melodie und 80er‑Feeling überzeugend verbindet. Rave In Fire erweitern ihren Sound, ohne ihre Identität zu verlieren — und liefern ein Werk, das sowohl Fans klassischer Metal‑Schule als auch Hörer mit Hang zu melodischem Hard Rock abholt.
