Ravenspell - Obsidian King
ARTIST: Ravenspell
TITLE: Obsidian King
LABEL: Fighter Records
RELEASE DATE: 12. März 2026
GENRE: Heavy Metal
ORIGIN: Kanada
RATING: 8/10
Mit Obsidian King präsentieren Ravenspell ihr Debütalbum – ein Werk, das sich kompromisslos dem klassischen Heavy Metal verschreibt und gleichzeitig genug Eigenständigkeit besitzt, um nicht wie ein bloßer Nostalgie‑Abklatsch zu wirken. Die Kanadier setzen auf hohe Energie, melodische Gitarrenarbeit, klare Songstrukturen und eine Stimme, die perfekt in die Tradition von Maiden, Cloven Hoof und Visigoth passt, ohne diese zu kopieren. Der Opener God the Watcher startet ohne Umschweife: schnelles Tempo, ein markantes Lead‑Thema und ein Gesang, der sofort Präsenz zeigt. Der Track wirkt wie ein Banner, das Ravenspell gleich zu Beginn in den Boden rammen – selbstbewusst, melodisch und mit einer Gitarrenarbeit, die sofort ins Ohr geht. Onwards We March bleibt im Uptempo, wirkt aber rhythmisch kompakter. Der Song lebt von seinem Vorwärtsdrang und einem Refrain, der sich schnell festsetzt. Book of the Dead nimmt das Tempo etwas zurück und öffnet den Raum für eine dunklere, erzählerische Atmosphäre.
Die Band zeigt hier, dass sie auch im Midtempo Druck erzeugen kann, ohne an Intensität zu verlieren. Mit Warriors 9 to 5 folgt ein klassischer Heavy‑Metal‑Track, der stark auf Groove und Gitarrenhooks setzt. Der Song wirkt wie eine Mischung aus Abenteuer‑Metal und straighter 80er‑Attitüde. Obsidian Wing gehört zu den melodisch stärksten Momenten des Albums: ein klarer, hymnischer Refrain, getragen von einer Gitarrenlinie, die sofort hängen bleibt. Hellstorm zieht das Tempo wieder an und liefert eine der aggressiveren Nummern der Platte. Die Drums treiben, die Gitarren schneiden, und der Gesang legt eine härtere Kante an. Raise Hell kombiniert harsche Vocals mit melodischen Leads und wirkt dadurch besonders lebendig. Die Wechsel zwischen Gesang und Gitarrenlinien funktionieren hervorragend. Relentless macht seinem Namen alle Ehre: ein direkter, riffgetriebener Track, der ohne Umwege nach vorne geht. Battleaxe Apocalypse bringt wieder mehr Melodie ins Spiel und wirkt wie ein klassischer „Metal‑Hymnen“-Moment des Albums – kraftvoll, eingängig und mit einem Solo, das die melodische Handschrift der Band perfekt zusammenfasst.
Der Abschluss Attila ist der längste und vielseitigste Track des Albums. Klassische Gitarrenparts, doomige Riffs, melodische Leads und ein Aufbau, der sich Zeit nimmt, ohne zu zerfasern. Der Song zeigt die Band von ihrer erzählerischen Seite und rundet das Album atmosphärisch ab, ohne in übertriebene Epik abzudriften. Die Produktion von David Lizotte ist klar, warm und organisch. Die Gitarren stehen präsent im Raum, der Bass trägt das Fundament, und die Drums wirken kraftvoll, ohne überladen zu sein. Der Sound vermittelt das Gefühl einer echten Band, die zusammen spielt – kein steriles Studio‑Produkt, sondern ein lebendiges Heavy‑Metal‑Album.
Fazit: Obsidian King ist ein starkes Debüt, das Ravenspell als Band zeigt, die klassischen Heavy Metal mit Leidenschaft, Melodie und handwerklicher Präzision spielt. Zehn Songs, die ohne Füllmaterial auskommen und eine klare Handschrift tragen. Ein Album, das Fans traditioneller Metal‑Schule zuverlässig abholt und gleichzeitig genug Charakter besitzt, um sich im modernen Underground zu behaupten.
