ROTTENDOM – Through Mysticism and War
ARTIST: Rottendom
TITLE: Through Mysticism and War
LABEL: Independent
RELEASE DATE: 3. Oktober 2025
GENRE: Black Metal / Blackened Death
LOCATION: St. Louis, Missouri
RUNNING TIME: ca. 25 Minuten
RATING: 8/10
Mit Through Mysticism and War präsentieren Rottendom ein Debüt, das keinerlei Zweifel daran lässt, wohin die Reise geht: tief hinein in die rohe, kompromisslose Essenz des Black Metal. Das Duo Dreathus und Von Eckhardt – nach einem Jahrzehnt erstmals wieder vereint – legt hier ein Werk vor, das sich bewusst von den symphonischen Elementen ihrer früheren Band Xaemora löst und stattdessen auf eine ungeschönte, aggressive und traditionell geerdete Klangsprache setzt. Die apokalyptischen Themen, die dystopischen Visionen und die Faszination für Sci‑Fi‑ und Horror‑Ästhetik durchziehen das Album wie ein radioaktiver Nebel. Der Einstieg mit apokalyptischen Soundscapes, Synth‑Fragmenten und akustischen Gitarren wirkt wie das letzte Flackern einer sterbenden Welt, bevor die Musik in eine rasende, schwarzmetallische Offensive übergeht. Tremolo‑Picking, Blastbeats und Dreathus’ wütende, schneidende Screams formen ein Klangbild, das gleichermaßen roh wie zielgerichtet wirkt. Die Band versteht es, zwischen schnellen Attacken, mid‑tempo‑Stampfern und langsameren, bedrohlichen Passagen zu wechseln, ohne den Fluss des Albums zu brechen.
Die Gitarrenarbeit ist geprägt von einer Mischung aus melodischen, fast chaotischen Leads und riffbetonten Strukturen, die immer wieder Elemente aus Death und Thrash Metal einfließen lassen. Diese Hybridität verleiht dem Album eine zusätzliche Schärfe, ohne die black‑metallische Grundhaltung zu verwässern. Through Mysticism and War klingt wie ein Werk, das aus purer Überzeugung entstanden ist – ohne Rücksicht auf Trends, ohne Kompromisse, ohne Nostalgie. Die Produktion bleibt bewusst dunkel und unpoliert, aber nie undifferenziert. Dreathus’ Mix fängt die rohe Energie der Songs ein, ohne sie zu ersticken. Die dystopischen Texte, inspiriert von Katastrophen‑ und Endzeitkino, verstärken den Eindruck eines Albums, das in einer Welt spielt, in der alles bereits verloren ist und nur noch der Krieg gegen das Unvermeidliche bleibt.
Fazit: Through Mysticism and War ist ein starkes Debüt, das Rottendom als ernstzunehmende Kraft im Underground positioniert. Das Duo verbindet traditionelle Black‑Metal‑Aggression mit death‑ und thrash‑metallischen Einschlägen und erschafft so einen Sound, der vertraut wirkt, aber dennoch eine eigene Handschrift trägt. Ein kompromissloser, düsterer, energiegeladener Erstschlag – und ein Album, das Fans der alten Schule ebenso abholen dürfte wie Hörer, die nach frischer, ungeschönter Härte suchen.
