SELFGOD – Left Hand Pagan

 

ARTIST: Selfgod

TITLE: Left Hand Pagan

LABEL: Veles Records

RELEASE DATE: 31. Oktober 2025

GENRE: Blackened Death Metal / Extreme Metal

LOCATION: USA

RUNNING TIME: ca. 45 Minuten

RATING: 8/10


Mit Left Hand Pagan kehren Selfgod mit einem Album zurück, das die ohnehin schon kompromisslose Ausrichtung ihres Debüts noch einmal deutlich verschärft. Serge Streltsov, der das Projekt seit 2021 mit eiserner Hand führt, präsentiert hier eine Vision von Blackened Death Metal, die gleichermaßen technisch, atmosphärisch und brutal ist. Die Mischung aus pechschwarzer Raserei, massiven Death‑Metal‑Riffs und einer unterschwelligen, rituellen Aura wirkt wie ein Schlag in die Magengrube – präzise, kalt und unnachgiebig. Schon der Opener Death’s Divination macht klar, dass Selfgod diesmal noch tiefer in die Finsternis greifen. Der Gitarrenton ist dicker, grimmiger, die Growls wirken direkter und körperlicher als je zuvor. Die Leads balancieren zwischen technischer Schärfe und melodischen Andeutungen, während die Drums ein pulsierendes Fundament legen, das die Songs mit einer fast martialischen Wucht vorantreibt.

 

Der Titeltrack erweitert das Klangbild um symphonische Elemente, die jedoch nie als Fremdkörper wirken. Stattdessen verstärken sie die Atmosphäre, ohne die Gitarrenwalze zu verwässern. Diese Balance zieht sich durch das gesamte Album: Chernobog setzt auf bedrohliche Weite und schwarze Strömungen im Lead‑Spiel, Winter Spell wandert elegant zwischen Death‑ und Black‑Metal‑Strukturen, bevor ein melodischer Höhepunkt das Stück in ein donnerndes Finale führt. Mit Awaken erreicht das Album eine fast beschwörende Intensität. Die mantraartigen Vocals wirken wie ein Ruf aus einer anderen Sphäre, während die Instrumentierung eine uralte, unheilvolle Kraft heraufbeschwört. Native Land’s Tears zeigt eine andere Facette: melancholisch, hymnisch, getragen von präzisen Rhythmen und einer Atmosphäre, die gleichermaßen erhaben wie zerstörerisch wirkt. Der Abschluss Trample the Cross ist schließlich ein brutaler, mid‑tempo‑getriebener Vernichtungsschlag, der das Album mit einem letzten, schweren Tritt in die Brust beendet.

 

Die Produktion von Scott Elliot (Chernobyl Audio) ist ein entscheidender Faktor für die Wirkung des Albums. Der Sound ist voller, dichter und druckvoller als auf dem Debüt, ohne die rohe Energie zu glätten. Jeder Song wirkt wie ein massiver Block aus Riff‑Gewalt, aber die Details bleiben klar erkennbar – ein seltenes Gleichgewicht im extremen Metal. Dass Streltsov kurz vor Veröffentlichung durch einen Wohnungsbrand nahezu alles verloren hat, verleiht dem Album rückblickend eine zusätzliche Schwere. Left Hand Pagan klingt wie ein Werk, das unter Druck entstanden ist, aber gerade dadurch eine besondere Fokussierung erreicht.

 

Fazit: Left Hand Pagan ist ein gewaltiger Schritt nach vorn. Selfgod schärfen ihren Stil, erweitern ihn um atmosphärische und symphonische Nuancen und liefern ein Album ab, das gleichermaßen brutal wie durchdacht ist. Ein intensives, riffgeladenes, kompromissloses Werk – und das bisher stärkste Statement eines Projekts, das noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen ist.



21.12.2025 veröffentlicht von: Thomas M. © Metal-Division Magazine

Facebook - Instagram - Email