Sermon To The Lambs - Sermon To The Lambs

 

ARTIST: Sermon To The Lambs

TITLE: Sermon To The Lambs

LABEL: Comatose Music

RELEASE DATE: 6. März 2026

GENRE: Brutal Death Metal

ORIGIN: Chile

RATING: 8/10


Mit ihrem selbstbetitelten Debüt steigen Sermon To The Lambs aus Chile direkt in die vorderste Reihe des südamerikanischen Brutal‑Death‑Untergrunds ein. Das Trio setzt auf kompromisslose Härte, dichte Gitarrenwände, rasende Drums und einen vokalen Ansatz, der zwischen tiefem Gurgeln und harscher Aggression pendelt. Die Produktion von Victor Araneda ist klar, druckvoll und modern, ohne die rohe Brutalität zu glätten. Der Opener Crowned King of the Worms zeigt sofort, wohin die Reise geht: ein massives Riffgeflecht, das sich wie ein Schwarm aus schneidenden Gitarren über den Hörer legt. Die Mischung aus schleppenden, fast hypnotischen Passagen und abrupten Ausbrüchen funktioniert hervorragend und verleiht dem Track eine unruhige, giftige Dynamik. Der Titeltrack Sermon to the Lambs ist direkter, härter und rhythmisch klarer.

 

Der Song arbeitet mit einem dominanten Midtempo‑Groove, der immer wieder in Blast‑Attacken explodiert. Die Vocals wirken hier besonders bedrohlich und tragen viel zur Atmosphäre des Albums bei. Spitting in the Church of Nazarene bleibt im hohen Tempo und setzt stärker auf technische Elemente. Die Gitarrenarbeit ist präzise, aber nie steril – ein guter Mix aus Chaos und Struktur. Maximum Apostasy beginnt atmosphärischer, fast staubig und rituell, bevor der Track in völlige Zerstörung kippt. Die Band zeigt hier, dass sie auch mit Spannungsaufbau umgehen kann. Saints Are Centurions of an Aristotelian Lie ist einer der rhythmisch interessantesten Songs des Albums. Die Gitarrenlinien sind verschachtelt, die Drums wechseln zwischen kontrollierter Gewalt und rasender Geschwindigkeit. Flagrum Taxillatum wirkt wie ein Abstieg in tiefere, dunklere Regionen – ein Track, der stark auf Atmosphäre setzt, ohne an Härte zu verlieren. Scourging at the Pillar ist einer der schnellsten Songs des Albums.

 

Die Blastbeats dominieren, die Gitarren schneiden durch den Mix, und die Vocals wirken wie ein zusätzlicher Schlag ins Gesicht. God Spat and the Man Was Done und Clergy’s Malevolence bilden das finale Doppel – zwei brutale, kompakte Tracks, die in den Bonusversionen mit Jeff Page (Manifestations) noch einmal zusätzliche Aggression erhalten. Die Produktion ist für Brutal Death Metal erstaunlich klar, aber nicht überpoliert. Die Gitarren stehen breit im Raum, der Bass ist präsent, und die Drums wirken präzise, ohne klinisch zu klingen. Das Artwork von Par Olofsson passt perfekt zur Musik: düster, apokalyptisch, detailreich.

 

Fazit: Sermon To The Lambs ist ein starkes Debüt, das die chilenische Szene um ein brutales, technisch solides und atmosphärisch dichtes Werk bereichert. Elf Tracks, die ohne Umwege auf Zerstörung setzen und gleichzeitig genug Struktur besitzen, um nicht im Chaos zu versinken. Ein Album für Fans von Brodequin, Deeds of Flesh und Enmity – kompromisslos, düster und mit klarer Handschrift.



03.01.2026 veröffentlicht von: Thomas M. © Metal-Division Magazine

Facebook - Instagram - Email