SKULLD – Abyss Calls to Abyss
ARTIST: SKULLD
TITLE: Abyss Calls to Abyss
LABEL: Time To Kill Records
RELEASE DATE: 30. Januar 2026
GENRE: Death Metal / Crust Punk
LOCATION: Romagna, Italien
RUNNING TIME: ca. 40 Minuten
RATING: 8/10
Mit Abyss Calls to Abyss liefern SKULLD ihr zweites Album – ein Werk, das die rohe Aggression des schwedischen Old‑School‑Death Metal mit der Grit von Crust und Hardcore verbindet und zugleich eine lyrische Tiefe entfaltet, die feministische und pagane Themen mit esoterischen Reflexionen verwebt. Die Band aus Cesena, Forlì, Bologna, Imola und Mailand zeigt sich kompromisslos und zugleich konzeptuell inspiriert. Healing the Wound eröffnet das Album als kathartischer Schlag, ein Song über Verletzung und Transformation, getragen von Blastbeats und korrosiven Riffs. The Blink, die erste Single, entfaltet ein mythologisches Ritual, in dem Circe und Scylla als Schwestern im Fluch erscheinen – Pamela schreit und beschwört zugleich, ihre Stimme wird zum Sturm, der Männer in Schweine verwandelt und Worte in Zauber.
Accabadora greift die sardische Figur der Lebensbeenderin auf, ein Song, der zwischen Raserei und ritueller Ruhe oszilliert, als würde er den Tod selbst als Befreiung beschwören. Mit Wear the Night as a Velvet Cloak kleidet sich die Dunkelheit in ein Gewand aus Melodie und Härte, ein Stück, das die Balance zwischen Aggression und introspektiver Atmosphäre hält. Le Diable and The Snake bringt die Dualität von Versuchung und Gift ins Spiel, die Gitarren schneiden wie Rasierklingen, während die Vocals zwischen Beschwörung und Angriff wechseln. Mother Death inszeniert die archetypische Figur der Todesmutter als Quelle von Kraft und Schrecken zugleich, ein Höhepunkt des Albums.
Die letzten beiden Stücke vertiefen die Reise. Drops of Sorrow ist getragen von einem melancholischen Unterton, der die Härte nicht auflöst, sondern ihr eine zusätzliche Dimension verleiht. Sacred Fires beschließt das Album als rituelles Finale, ein brennendes Manifest, das Aggression, Spiritualität und kollektive Energie vereint. Die Produktion ist roh und kompromisslos, aber zugleich durchzogen von Momenten der Melodie und Reflexion. Die Gitarren sind scharf, der Bass dröhnt, die Drums marschieren, Pamela schreit mit einer Stimme, die zwischen Sturm und Ritual pendelt. Das Artwork und die begleitenden Visuals spiegeln die Intensität des Albums wider und verankern es im Underground.
Fazit: Abyss Calls to Abyss ist ein Album, das Aggression und Konzept zu einem kraftvollen Ganzen verschmilzt. SKULLD beschwören den Abgrund als Ort der Auflösung und Erneuerung und liefern ein Werk, das extreme Musik mit feministischer und spiritueller Energie auflädt. Es ist ein kompromissloses Manifest aus Wut, Ritual und Transformation – und ein klares Zeichen, dass SKULLD zu den spannendsten Stimmen der italienischen Underground‑Szene gehören.
