Svindel

Drömfeber

Ripple Music

24. Juli 2026

Umeå, SE

Proto-Psych / Classic Rock


Umeå — eine Stadt, die in der Rockgeschichte für Refused und Cult of Luna steht, also für maximale Intensität an beiden Enden des Spektrums. Svindel stehen irgendwo dazwischen, aber eigentlich woanders: ein Power-Trio, das sich tief in die psychedelische Rock-Ära der frühen Siebziger eingegraben hat und dort nicht nur zitiert, sondern tatsächlich lebt.

 

"Drömfeber" — auf Deutsch "Traumfieber" — beschreibt laut Band einen Zustand, in dem die Sehnsucht nach etwas Großartigem die Wahrnehmung des Verstandes überlagert und sowohl zu ekstatischen Höhen als auch zu quälenden Tiefen führt. Das ist programmatisch: das Album schwankt tatsächlich zwischen diesen Polen, zwischen hypnotischen Groove-Momenten und dunkleren, spacigeren Passagen. Electric Prunes und Hendrix als Inspirationsquellen sind ehrlich angegeben — aber auch Jazz und Blues fließen erkennbar ein, was die zehn schwedischsprachigen Tracks von reinem Retro-Rock-Revivalismus unterscheidet.

 

Traumfieber aus Nordschweden — proto-psychedelisch, groovegetrieben und mit einem Ohr für das Unerwartete. Dass Ripple Music die Band unter Vertrag genommen hat, macht Sinn — das kalifornische Label hat ein Gespür für genau diese Art von underground-verankertem, authentischem Stoner- und Psych-Rock, und Svindel passen nahtlos ins Roster neben Shadow of Jupiter, die ebenfalls auf "Drömfeber" erscheinen. Titeltrack und erste Single zeigt die Band an ihrer zugänglichsten Stelle. "Jupiterbarn" als zweite ausgekoppelte Single und die atmosphärischeren Albumhälften runden das Bild ab.

 

Dass alle zehn Tracks auf Schwedisch gesungen werden, ist keine Limitation, sondern ein Qualitätsmerkmal — die Sprache gibt dem Material eine eigenartige, nordische Würde, die in englischer Übersetzung verloren gehen würde.

 

Fazit: Proto-psychedelischer Rock aus dem schwedischen Norden, der klingt als hätte er sich 50 Jahre lang Zeit genommen um fertig zu werden — und der genau deshalb so gut sitzt. Ripple Music hat wieder ein gutes Gespür bewiesen.


28.06.2026 veröffentlicht von: Thomas M. © Metal-Division Magazine

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