TURBO'S TRIBUNAL - Mills of Tribunal

 

ARTIST: Turbo’s Tribunal

TITLE: Mills of Tribunal

LABEL: Jawbreaker Records

RELEASE DATE: 23. Januar 2026

GENRE: Traditional Heavy Metal

ORIGIN: Dänemark

RATING: 7/10


Mit Mills of Tribunal legt Andreas Thunbo sein erstes Album unter dem Namen Turbo’s Tribunal vor – ein reines Solo‑Projekt, das sich kompromisslos der klassischen Heavy‑Metal‑Schule verschreibt. Drei Jahrzehnte Underground‑Erfahrung hört man dem Material deutlich an: Die Songs sind riffgetrieben, melodisch, klar strukturiert und tief in der Tradition von Judas Priest, Iron Maiden, Running Wild und Warlord verwurzelt. Thunbo setzt auf die Essenz des Genres: starke Gitarrenlinien, einprägsame Melodien und ein Gesang, der Energie statt Perfektion transportiert. Der Opener Summon the Tribunal führt direkt in diese Welt: ein klassisches Heavy‑Metal‑Riff, klare Melodieführung und Vocals, die mit viel Enthusiasmus getragen werden. Draw the Line ist der stärkste der frühen Tracks – kompakt, melodisch und mit einem Refrain, der sofort hängen bleibt.

 

Satan is Here und The Sky Comes Alive zeigen die Bandbreite des Projekts: mal härter, mal atmosphärischer. Besonders The Sky Comes Alive überrascht mit ruhigeren Passagen und einem fast nachdenklichen Unterton, ohne die Grundausrichtung zu verlassen. Deliberation und Boogieman (Father of Evil) setzen wieder stärker auf klassische Riffs und melodische Leads. Die Gitarrenarbeit ist sauber, die Soli sind klar im 80er‑Stil gehalten und erinnern an Maiden‑Melodik der Somewhere in Time‑Ära. Death Gallop bringt Tempo ins Album, während Men of the World einer der lebendigsten Songs der Platte ist – viel Drive, viel Melodie, ein klarer Höhepunkt. Der Titeltrack Mills of Tribunal fasst die Stärken des Albums gut zusammen: eingängige Gitarren, ein hymnischer Aufbau und ein Gesang, der trotz kleiner technischer Limitierungen viel Charakter besitzt. Sealing Fates schließt das Album mit einem eher zurückhaltenden Stück ab, das atmosphärisch funktioniert, aber weniger im Gedächtnis bleibt.

 

Die größte Schwäche des Albums liegt in den Drums. Sie wirken programmiert oder zumindest extrem quantisiert, was dem ansonsten warmen, klassischen Sound eine gewisse Steifheit verleiht. Die Produktion ist insgesamt klar und hell, die Gitarren stehen gut im Raum, der Bass ist präsent, und die Vocals sind mit viel Reverb versehen, was dem Album einen nostalgischen 80er‑Touch gibt. Die Kompositionen selbst sind solide bis stark, und Thunbos Gesang ist energisch, charaktervoll und gut in Szene gesetzt. Die Instrumentalstücke sind etwas schlicht, funktionieren aber als Übergänge. Insgesamt zeigt Mills of Tribunal viel Herzblut und ein tiefes Verständnis für traditionellen Heavy Metal.

 

Fazit: Mills of Tribunal ist ein ehrliches, riffbetontes Heavy‑Metal‑Album, das die Wurzeln des Genres respektiert und mit viel Enthusiasmus umgesetzt wurde. Trotz Schwächen im Drum‑Bereich überzeugt das Songwriting, die Gitarrenarbeit und der klare Fokus auf Melodie und Tradition. Ein Album für Hörer, die klassischen Metal ohne moderne Überproduktion schätzen – direkt, melodisch und mit spürbarer Leidenschaft.



03.01.2026 veröffentlicht von: Thomas M. © Metal-Division Magazine

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