Zepter - Zepter
ARTIST: Zepter
TITLE: Zepter
LABEL: High Roller Records
RELEASE DATE: 20. Februar 2026
GENRE: Heavy Metal, NWOBHM orientierter Metal
ORIGIN: Österreich
RATING: 8 von 10
Mit ihrem selbstbetitelten Debüt legen Zepter ein Album vor, das tief in der Tradition des klassischen Heavy Metal verwurzelt ist und dennoch frisch, fokussiert und voller Energie wirkt. Die Band aus Linz existiert erst seit 2024, klingt aber, als hätte sie Jahrzehnte Erfahrung im Rücken. Twin Gitarren, klare Strukturen, melodische Hooks und ein unverkennbarer NWOBHM Geist prägen ein Album, das sich bewusst an den späten siebziger und frühen achtziger Jahren orientiert, ohne in Nostalgie zu erstarren. Slasher On The Highway eröffnet das Album mit einem kurzen Synth Intro, das sofort in ein schnelles, punkig angehauchtes Riff übergeht. Die Twin Gitarren setzen früh Akzente, und die Stimme von Lukas Götzenberger bleibt klar, melodisch und angenehm unaufgeregt.
Everlasting baut auf einem treibenden Bassfundament auf und verbindet gallopierende Rhythmen mit melodischen Gitarrenlinien, die deutlich an die frühen Iron Maiden erinnern. The Slayer ist ein direkter Verweis auf die frühen Jahre des Speed Metal. Schnelle Akkorde, kurze Breaks, Glockenschläge und ein durchgehender Vorwärtsdrang prägen den Song. Hit The Streets bringt eine rockigere Note ins Album. Der Song wirkt wie ein Soundtrack zu einem neonfarbenen Actionfilm der achtziger Jahre, getragen von klaren Riffs und einem stabilen Schlagzeugspiel. The Exterminator gehört zu den stärksten Momenten des Albums. Der Song verbindet ein eingängiges Riff mit einem Rhythmus, der an Thin Lizzy und frühe Mötley Crüe erinnert. Die Twin Gitarren arbeiten hier besonders effektiv, ohne in Virtuosität abzudriften. Dark Angels wechselt das Tempo und liefert einen schweren, melodischen Song, der zwischen NWOBHM und klassischem Hard Rock pendelt.
Der Song wirkt wie das Herzstück des Albums. Lonely Night, ein Cover der schwedischen Band Screem, bleibt dem Original treu, bringt aber mehr Druck und eine klarere Struktur. Die Twin Soli sitzen perfekt und zeigen, wie gut Zepter das Material interpretieren können. The Lords schließt das Album mit einem schnellen, direkten Song ab, der die Energie der frühen Speed Metal Szene einfängt und gleichzeitig die melodische Identität der Band bewahrt. Die Produktion ist klar, warm und bewusst retro gehalten. Die Gitarren stehen im Mittelpunkt, der Bass ist präsent, und das Schlagzeug bleibt erdig und direkt. Die Band verzichtet auf überflüssige Effekte und setzt stattdessen auf eine ehrliche, handgemachte Klangästhetik.
Fazit: Zepter liefern ein starkes Debüt, das die Essenz des klassischen Heavy Metal einfängt, ohne altbacken zu wirken. Die Band verbindet NWOBHM Einflüsse mit eigener Handschrift, klaren Melodien und einer spürbaren Leidenschaft für das Genre. Ein Album, das Fans traditioneller Metal Klänge sofort abholen wird und eine Band zeigt, die bereit ist, sich in der Szene festzusetzen.
