20 Dinge, die dich auf deinem ersten Wacken
garantiert überraschen werden
Du glaubst, du weißt, was dich in Wacken erwartet? Musik, Bier, Schlamm, Metaller. Stimmt alles – aber das Wacken Open Air ist so viel mehr als die Summe dieser Klischees. Wer zum ersten Mal in das kleine Dorf Wacken pilgert, erlebt garantiert den einen oder anderen Moment, bei dem man denkt: Damit hab ich nicht gerechnet. Hier sind die 20 Dinge, die alle Erstbesucher früher oder später überraschen.
1. Das Dorf ist wirklich winzig – und trotzdem Weltmittelpunkt.
Wacken hat knapp 1.800 Einwohner. Während der Festivaltage kommen 85.000 Metal-Fans dazu. Das Dorf wird für ein Wochenende zur lautesten, buntesten, wildesten Gemeinde Deutschlands – und die Einheimischen machen größtenteils fröhlich mit.
2. Das Gelände ist absurd groß.
Über 360 Hektar – das entspricht mehr als 380 Fußballfeldern. Wer von der Hauptbühne zum Wackinger Village läuft, braucht Zeit und gute Schuhe. Täglich mehrere Kilometer laufen ist keine Übertreibung. Das Gelände zu erkunden, ohne sich zu verlaufen, ist eine eigene Disziplin.
3. Es gibt eine echte Bier-Pipeline.
Ja, eine Pipeline. Rund 400.000 Liter Bier werden nicht per LKW über das Gelände transportiert, sondern durch unterirdisch verlegte Rohrleitungen direkt zu den Zapfstationen gepumpt. Bis zu sechs Bier pro Sekunde. Eingeführt unter anderem aus Nachhaltigkeitsgründen – weniger Fahrten, weniger Belastung für den Boden.
4. Die Metalheads sind die nettesten Menschen der Welt.
Das klingt wie ein Klischee – ist aber fast beweisbar. Polizei und Rettungskräfte bestätigen Jahr für Jahr, dass die Wacken-Crowd zu den friedlichsten gehört, mit denen sie es zu tun haben. Fremde helfen einander beim Befreien festgefahrener Autos, teilen Bier und reichen ihr letztes Blasenpflaster weiter.
5. Es gibt ein mittelalterliches Dorf im Festival.
Das Wackinger Village ist ein vollständig ausgestattetes Mittelalter-Marktgelände mitten auf dem Festivalgelände – mit Schmieden, Waffenhändlern, Met-Ständen und Rittern in Vollrüstung, die echte Schwertkämpfe austragen. Danach dann direkt auf die Hauptbühne zu Judas Priest. Wacken eben.
6. Die lokale Kirche wird zur Metal Church.
Die evangelisch-lutherische Heiligen-Geist-Kirche im Dorf öffnet während des Festivals als „Metal Church" – ein Ort für intime Akustikshows und stille Momente abseits des Lärms. Plätze sind begrenzt, also früh erscheinen.
7. Es gibt ein postapokalyptisches Ödland.
Das Wasteland, seit 2013 Teil des Geländes, ist Europas größtes postapokalyptisches Festivalareal – inspiriert von Mad Max und Waterworld, bevölkert von Künstlern in aufwendigen Kostümen. Einfach hingehen und staunen.
8. Der Schlamm ist kein Gerücht.
Norddeutsches Hochsommerwetter ist launisch. Regen verwandelt das Gelände in kürzester Zeit in braune Brühe. Gummistiefel sind keine Option – sie sind Pflicht. Und die Fans? Die machen daraus eine Tradition: Schlammschlachten und Circle Pits im Dreck gelten seit Jahren als eigener Programmpunkt.
9. Das Metal Battle ist mitreißender als gedacht.
Newcomer-Bands aus der ganzen Welt treten gegeneinander an – und liefern oft Shows ab, die manchen Headliner in den Schatten stellen. Seit 2004 kämpfen Bands in nationalen Vorausscheiden um den Auftritt in Wacken. Nicht verpassen.
10. Die Nächte sind kalt.
Auch im Hochsommer kann die Temperatur in Norddeutschland nachts auf 8 Grad fallen. Wer nur T-Shirt und Sommerschlafsack einpackt, friert nach einem langen Tag auf den Beinen. Hoodie und Schlafsack mit Reservepuffer sind Pflicht.
11. Tickets sind begehrt wie kaum anderswo.
Die Tickets für das Wacken Open Air sind regelmäßig weit im Voraus ausverkauft – oft bereits im Herbst des Vorjahres. Wer spontan plant, schaut meist in die Röhre. Die einzige legale Nachquelle ist der offizielle Re-Sale auf wacken.com.
12. Dein Zelt verschwindet in der Masse.
Zehntausende Zelte auf 360 Hektar sehen erschreckend ähnlich aus. Profi-Tipp: Zunächst den Stellplatz gut einprägen – markante Orientierungspunkte suchen, Koordinaten im Handy speichern. Wer erst einen festen Platz hat, kann ihn mit einer hohen Fahne oder einem auffälligen Erkennungszeichen sichern.
13. Es gibt eine Rainbow Bar – und sie hat Geschichte.
Die Rainbow Bar auf dem Gelände ist ein Nachbau von Lemmy Kilmisters (Motörhead) Lieblingskneipe in Los Angeles. Sie ist der inoffizielle Mittelpunkt des Wacken-Centers und eine Pilgerstätte für Motörhead-Fans weltweit.
14. Die Wacken Foundation ist echte Sozialarbeit.
Ein Teil des Erlöses jedes Tickets fließt in die Wacken Foundation, die Nachwuchsbands fördert, Musikbildungsprojekte finanziert und unter anderem Stammzellenspenden-Aktionen organisiert. Metal hat ein soziales Gewissen – und Wacken lebt es vor.
15. Sonnencreme ist für alle.
35 Grad, kein Schatten auf dem Infield, 85.000 Körper, die Wärme abstrahlen – das passiert. Sonnencreme LSF 50 ist keine Empfehlung für Zartbesaitete, sondern die Überlebensstrategie für alle, die am nächsten Tag noch Spaß haben wollen. Auch für Metaller.
16. Die Wacken App rettet Leben.
Die offizielle App gibt Echtzeit-Updates zu Wetter, Programmänderungen und Sicherheitshinweisen, dazu eine interaktive Geländekarte. Auf 360 Hektar mit neun Bühnen ist das kein Luxus, sondern Orientierungshilfe.
17. Die frühen Slots sind Gold wert.
Ab 11 oder 12 Uhr spielen die ersten Acts auf den Nebenbühnen – oft aufstrebende Bands, manchmal internationale Geheimtipps. Wer früh aufsteht, sieht oft die interessantesten Entdeckungen des Festivals und hat gleichzeitig deutlich mehr Platz als abends.
18. Das Cashless-System hat Tücken.
Wacken nutzt ein Guthaben-System auf dem Festivalbändchen. Wer am Ende zu viel aufgeladen hat, bekommt es zurück – meist mit Bearbeitungsgebühr. Tipp: lieber knapp aufladen und nachladen als mit Restguthaben heimzufahren.
19. Die Moshpit-Etiquette ist heilig.
Im Pit hilft man sich: Wer fällt, wird sofort aufgehoben. Wer nicht mitmachen will, wird respektiert. Das gilt als ungeschriebenes Gesetz – und wird von der Crowd mit erstaunlicher Konsequenz eingehalten.
20. Du wirst wiederkommen.
Das ist keine Prophezeiung, das ist Statistik. Die sogenannten „Wackinger" – Stammbesucher, die teils seit 20 Jahren jeden Sommer anreisen – bezeichnen Wacken als Lebenseinstellung, nicht als Festival. Wer einmal da war, versteht warum.
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