KHMER - Larga Sombra

ARTIST: Khmer
TITLE: Larga Sombra
LABEL: WOOAAARGH
RELEASE DATE: August 11, 2017
GENRE: Black Metal / Crust / Punk
COUNTRY / CITY: Galicia / Asturias / Madrid.
RUNNING TIME: 25:07
RATING: 9/10


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Um durch ein schwermütiges Intro gar nicht erst auf falsche Gedanken zu kommen, starten KHMER umgehend mit einer kraftvollen Mischung aus, grazilem Black Metal und wuchtigem Death Metal versehen mit kratzigen Vocals. "Larga Sombra" ist ein garstiger, zupackender, nihilistischer Brocken in der Schnittmenge Crust/Punk/Black Metal, trostlos, abgründig, tiefschwarz. KHMER tauchen mit "Larga Sombra" tief in den Black Metal ein, die zutiefst atmosphärische Reise ist von Bedrückung und Ausweglosigkeit geprägt. Beklemmend flirrende Gitarren, repetitive, ewig auswalzende Riffs, melancholische Melodien, schleppende bis mittelschnelle Rhythmen und schneidender Gesang sind die Zutaten für dieses erneut polarisierende Werk. Obgleich gerade die Gitarren oftmals wiederholende Riffs spielen, gibt es in den neuen KHMER Songs doch viele kleine, abwechslungsreiche Details zu entdecken, insbesondere bei den verschiedenen Tempi-Wechseln wie überraschend eingeflochtene Blast Beats (z. B. "El ardor de la crueldad") oder plötzliche Pausen ("Corriendo tras el fuego..."). Durch das Spiel mit den einzelnen musikalischen Versatzstücken, die KHMER gekonnt verschmelzen, mangelt es den Stücken nie an Ideenvielfalt und Überzeugen durch die Verzahnung von Aggressivität und Melancholie. Zwischendurch kommen die Klangteppiche für die Zeitdauer eines ganzen Tracks vollständig zu ihrer Entfaltung und bieten dem geneigten Hörer die Möglichkeit, mit den Gedanken in vergangene Zeiten, aus denen die Band ihre textliche Inspiration schöpft, abzuschweifen. Die Stücke entwickeln sich im Verlauf in andere Dimensionen, wie zum Beispiel das zunächst getragen morbide "Perdiste el filo" das dann plötzlich ausbricht und geradezu explodiert. "Larga Sombra" katapultiert den Hörer in eine Welt voller Seelenchaos, Verzweiflung, Leid und absoluter Negativität. Das Album lässt sich nicht wirklich in letzter Konsequenz kategorisieren und überrascht mit einem Gesang, der für einige wohl über Sein oder Nichtsein der Scheibe entscheiden könnte. Die Songs bewegen sich bis auf ein paar kleine Ausnahmen alle in sehr gemäßigten Temporegionen. Richtig mächtig drückt das von stark verzerrten Gitarren getragene "Soledad" aus den Boxen und scheint einem stets den feuchtwarmen Atem klagender Leiber in den Nacken zu hauchen. Für mich ein echtes Juwel das wächst und wächst. Klasse!



TRACKLIST:
Larga sombra (I, II)
Perdiste el filo
Corriendo tras el fuego...
El ardor de la crueldad
A este lado de la luna
Lo que deja cicatriz
Soledad
... para ver el mundo arder

LINE-UP:
Michel Vigo - drums
Olaia Cankillyou - bass
Mario C. Vaises - vocals
Iván Ferro - guitars


Artikel veröffentlicht am 07.01..2018  | Thomas Müller 

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