THE SLEEPER - Apparatus

ARTIST: The Sleeper
TITLE: Apparatus
LABEL: ASTAT Entertainment
RELEASE DATE: 26.01.2018
GENRE: Post Metal
COUNTRY / CITY: Leipzig
RATING: 8/10



Monumentale Riffgewalt, ausuferndes Pathos, majestätisch-luftige Anmut und eine vielschichtige Dynamik  – alles das auf ein und demselben Album? Ist das überhaupt möglich? Es ist möglich. Und wie: Denn unter Zunahme oben genannter Ingredienzen bescheren THE SLEEPER dem Hörer mit Apparatus ein eben solches und zudem hochgradig vereinnahmendes Klangerlebnis. Mächtige Gitarrenwogen sowie instrumentalem Verhallen nahe der Stille – ziehen sich deutlich hörbar durch uferlosen Kompositionen und hinterlassen selbige am Ende auch in der Psyche des Hörers – sofern dieser sich der Abwärtsspirale mit Leib und Seele hinzugeben bereit ist. Mechanisch-kühl, trotzdem anrührend und emotional drücken sich THE SLEEPER wie zähe Knete aus der Anlage raus. Immer wieder ziehen sie ein weiteres schraubendes Riffs aus dem Köcher, bewegen sich stets trampelnd, gemächlich und unbeirrbar auf den Hörer zu, es fällt schwer Apparatus zu ignorieren und sich nicht dem Takt hinzugeben. Zwischendurch durchdringen allerdings auch immer wieder hoffnungsvolle Interludes und Akustikpassagen die vertonte Schwermut – jedoch nur, um anschließend selbst wieder in jene zurückzufallen. Post-Metal, Post-Rock, Ambient – THE SLEEPER bedienen sich im Verlauf des Albums zahlreicher Elemente aus all diesen Genres – wobei das Resultat in erster Linie dadurch besticht, dass ein Rädchen ins andere greift und jedes Riff, jeder Ton als unentbehrlicher Baustein im atmosphärisch-emotionalen Kosmos fungiert. "Sentinel" wiederum bietet in seinen ersten Minuten den perfekten Soundtrack für nächtliche Autofahrten: Zunächst leitet eine entfernt und verträumt klingende Akkordfolge in den Song, unterstützt von einem beharrlichen Drum-Schema – bevor ein stattliches Post-Metal-Riff alles und jeden in die Knie zwingt. Umwerfend – wie so vieles auf dieser Scheibe. THE SLEEPER liefern jedem Liebhaber düsterer, melancholischer Metal-Kost einen absoluten Schatz, der nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Stur versucht man als Hörer dagegenzuhalten, bis die Erkenntnis kommt, dass THE SLEEPER noch viel kräftiger sind, wenn man sich einfach hinlegt und den Panzer über sich rollen lässt.
Auch wenn die Platte einem gewissen Rhythmus folgt und “hopeisnowhere” einen durchschaubaren Takt einschlägt, so ist sie nicht minder nachhaltig. Hohe Leads nehmen die Rolle der Hoffnungsträger ein, durchbrechen die dunkle, drückende Stimmung, die Riffs und Rhythmusfraktion erzeugen, wenn auch nur kurz. THE SLEEPER stürmen nicht nach vorne, sind nie wirklich hektisch, sondern stets geordnet und strukturiert. Das gibt dem Album mehr Halt und gleichzeitig mehr Tiefe. THE SLEEPER haben das Kaliber eines Endgegners, ein harter Brocken und besonders geeignet für Fans, die Herausforderungen suchen. Gewaltig!



TRACKLIST:
01.  Synthetic Gospel
02.  Glass Eater
03.  Inertia Spiral
04.  Engineer
05.  Sentinel
06.  The God Of Suffocation

LINE-UP:
Steven - Vocals
Phil - Guitars/Vocals
Johann - Guitars
Anja - Bass
Richard - Drums


Artikel veröffentlicht am 25.02.2018  | Leif Tischner

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