UGANGA - Opressor

ARTIST: Uganga
TITLE: Opressor
LABEL: Defense Records
GENRE: Thrashcore
COUNTRY / CITY: Triângulo Mineiro | Brasil
RATING: 8/10


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Seit über 20 Jahren fuhrwerken UGANGA, sechs Brasilianer aus Triângulo Mineiro, unbeirrt durch das Metalcore Genre. Wobei die Reduktion von UGANGA rein auf Metalcore wohl ebenso unangebracht ist, wie die fast schon stereotypische Reaktion der meisten Metalhörer auf das Genre an sich, hat die Truppe ihr musikalisches Spektrum über die Jahre hinweg doch deutlich um zahlreiche Klangfacetten und Stilelemente erweitert. Und so beginnt das Album mit "Guerra" auch mit Vollgas. Thrash Metal verbunden mit vielen Hardcore Elementen. Auch das anschließende "O Campo", schließt sich dem an. Immer wieder wird dieser in seinem Tempo gedrosselt, besonders einprägsam sind hierbei die vielen durchdachten und technisch guten Sololäufe. Die Breakdowns sind nicht abrupt, sondern angenehm gewählt, ebenso wieder der Gesang von Manu “Joker”. Diese Kombination macht "Opressor", den Titeltrack der Scheibe, zu einem hervorragenden Midtempo-Stück mit progressivem Einschlag. "Moleque de Pedra" lässt sich noch am ehesten mit dem Metalcore-Stempel versehen, verliert deswegen aber nicht im Mindesten an Qualität. Zügiges Tempo wird hier groß geschrieben, der Song entwickelt sich schnell zu einem richtigen Mitnicker.
Mit seinem stellenweise stampfenden Rhythmus dürfte der Song zudem Live zu einem richtigen Kracher avancieren. Ein Attribut, das auch für das folgende "Casa gilt": wer vorher bereits mitgenickt und mit dem Fuß gewippt hat, der dürfte hier vollends mitten drin im Sog der Musik stecken. Gitarrenarbeit, die überzeugt, gepaart mit dem harschen Stimmorgan von Manu “Joker”, der Song gestaltet sich von Beginn an mächtig und wird live hoffentlich ebenfalls mit von der Partie sein. Auch wenn ich Gefahr laufe mich zu wiederholen, die progressiven Elemente gehören wirklich zum Aushängeschild des Albums. Kein Song wirkt langweilig, keine Idee wird unangenehm oft recycelt. "Opressor" gestaltet sich letztlich viel zu interessant, um es in eine Genreschublade zu stecken. Es paart Aggressionen und Aufmüpfigkeit, deren Ausdruck dem Metalcore ja ohnehin liegt, mit dem Songwriting und abwechslungsreichen anderen musikalischen Elementen, die sich atmosphärisch gut in das Gesamtkunstwerk eingliedern. Selbst in wenig Doom Metal wird in "Modus Vivendi" verarbeitet, "Aos Pés da Grande Árvore" wirkt mit seinem Tempo, das mich irgendwie an eine marschierende Armee in Richtung Schlachtfeld erinnert, äußerst antreibend. "Who Are The True?" hingegen tanzt mit seinem Refrain wieder munter aus der Reihe und wirkt, nicht nur wegen seiner Schnelligkeit.. Zusammenfassend bleibt mir also nur noch übrig, eine absolute Reinhörempfehlung auszusprechen. Mit "Opressor" liefern UGANGA eine beeindruckende Vorstellung ab. Einzig die Kreativität der Macher ist entscheidend. Dass diese gegeben ist, darüber besteht bei mir absolut kein Zweifel mehr.



TRACKLIST:
1- Guerra
2- O Campo
3- Veredas
4- Opressor
5- Moleque de Pedra
6- Casa
7- L.F.T.
8- Modus Vivendi
9- Nas Entranhas do Sol
10- Aos Pés da Grande Árvore
11- Noite
12- Who Are The True?
13- Guerreiro

LINE-UP:
Manu Joker (vox)
Christian (guitar)
Thiago (guitar)
Murcego (guitar)
Ras (bass and vocals)
Marco (drums)


Artikel veröffentlicht am 13.02.2018  | Leif Tischner

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