UNDERSMILE - Anhedonia

ARTIST: Undersmile
TITLE: Anhedonia
LABEL: Blindsight Records/Future Noise Records
RELEASE DATE: October 14, 2015
GENRE: Sludge/Doom
COUNTRY / CITY: Witney, Oxfordshire
RUNNING TIME: 74:36
RATING: 9/10


Nicht mehr ganz taufrisch, dennoch auf jeden Fall eine Besprechung wert, ist das 2015 erschienene Album "Anhedonia", der Briten UNDERSMILE. Von der reinen Doom-Lehre sind sie ein ganzes Stück weit entfernt, da sich in dem Sound der vier Musiker auch hier und da durch dezente Ausbrüche in progressive Gefilde sinnvoll ergänzt werden. Was sie aber dennoch mit dem Genre verbindet, sind nicht nur das typische schwere Riffing und die gebremste Geschwindigkeit der Songs, sondern vor allem auch das wichtige Transportieren von Atmosphäre und Emotionen. Hier kommen Hel Sterne und Taz Corona-Brown ins Spiel, die es schaffen eben jene Attribute zu vermitteln und den Hörer mit ihrer charismatischen Stimmen für sich einzunehmen. Songs wie "Labrynths", das majestätische "Atacama Sunburn", "Song Of Stones" oder "Aeris" verbinden die Sludge Elemente optimal mit der soundtechnischen Grundessenz Doom Metal. Dem gegenüber stehen harte Stücke wie "Sky Burial", die den guten Gesamteindruck des Albums perfekt abrunden. Von der technischen Seite gibt es auf Anhedonia ebenfalls nichts zu bemängeln. Die Produktion ist druckvoll und UNDERSMILE agieren sehr detailverliebt, was die Stücke nicht nur vielschichtig macht, sondern ihnen auch Langzeitwirkung garantiert. Bei einigen Songs braucht man hierdurch mehrere Durchläufe bis man alle Aspekte des Songwriting erfasst hat. Andersherum ist die Musik auf "Anhedonia" nicht zu verkopft. Es ist möglich den Songfluss jeder Zeit nachzuvollziehen und sich der Mischung aus Doom- und Sludge bei einem guten Glas Wein oder Single Malt genüsslich hinzugeben. So oder so, UNDERSMILE haben mit "Anhedonia" eine starke Scheibe veröffentlicht, die eigentlich beiden Fraktionen zusagen sollte. Songs überraschen zum Beispiel damit, dass nach zähflüssigen Riffs das Tempo plötzlich angezogen wird und mit wunderbar stampfendem Riffing begeistert. Generell ist das Songwriting hervorzuheben, denn viele Melodiebögen tauchen unerwartet auf und schinden bei einem Song wie "Emmenagogue" , der anfangs noch mit düsteren, bedrückenden Gitarren daherkommt, nur um später plötzlich in eine tolle Melodie überzugehen, großen Eindruck.



TRACKLIST:
Labrynths
Sky Burial
Song Of Stones
Atacama Sunburn
Aeris
Emmenagogue
Knucklesucker

LINE-UP:
Tom McKibbin - Drums
Olly Corona-Brown - Bass
Hel Sterne - Vocals and Lead Guitars
Taz Corona-Brown - Vocals and Guitars


Artikel veröffentlicht am 05.01..2018  | Thomas Müller 

c) MetalDivisionMagazine 2018 | FACEBOOK -- TWITTER  -- YOUTUBE  -- EMAIL